Zürcher Kispi könnte auf Brandopfer-Behandlungskosten sitzenbleiben

Wer zahlt am Ende? Das Zürcher Kinderspital behandelt fünf Crans-Montana-Opfer – und muss möglicherweise am Schluss die Behandlungskosten selbst übernehmen.

Das Wichtigste in Kürze
- Den Spitälern, die Brandopfer aus Crans-Montana behandeln, drohen finanzielle Verluste.
- Die Spitäler laufen Gefahr, die Behandlungskosten selbst tragen zu müssen.
- Am stärksten gefährdet ist das Kinderspital Zürich. Offenbar wegen eines Systemproblems.
Bei der Silvester-Tragödie in Crans-Montana verloren 40 Menschen ihr Leben. 116 Personen wurden zudem teils schwer verletzt.
Die Schweiz und die ganze Welt trauern. Und gleichzeitig stellt sich eine schwierige Frage: Wer zahlt am Schluss die Behandlungen der Brandopfer?
Denn die Spitäler, die die Opfer aus Crans-Montana behandeln, laufen Gefahr, am Ende selbst für die Kosten aufkommen zu müssen.
Vor allem für das Zürcher Kinderspital besteht das Risiko, auf den offenen Rechnungen sitzen zu bleiben, berichtet die «NZZ». Insbesondere bei Minderjährigen sei die Betreuung von Opfern mit schweren Verbrennungen defizitär, wie das Kinderspital mitteilt.
Bereits im ersten Jahr bis zu einer Million
Berechnungen der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) zeigen: Die Kosten für die Akutversorgung im ersten Jahr belaufen sich bereits auf eine halbe bis zu einer Million Franken. Und die Behandlung von Brandverletzungen dauert oft jahrelang.
Bei der Auswertung von vergleichbaren Brandopfern in vergangenen Jahren kam die Suva auf bis zu 1,6 Millionen Franken pro Fall.
Das Zürcher Kinderspital muss diese Kosten möglicherweise selbst tragen – aus zwei Gründen.
Das Spital erhält keine zusätzliche Entschädigung dafür, dass es ein spezialisiertes Zentrum für Brandverletzte betreibt. Zudem werden Behandlungen nach regulären Spitaltarifen abgerechnet, die in der Kindermedizin meist nicht kostendeckend sind.
Ein Systemproblem
Besonders aufwendige Behandlungen von Schwerstverbrannten lassen sich so laut Kinderspital «nicht adäquat abbilden». Es handle sich dabei um ein Systemproblem.
Gesundheitsökonom Heinz Locher bestätigt dies gegenüber der Zeitung. Er schlägt deswegen ein Sonderentgelt zugunsten der Spitäler vor. Für genau solche Extremsituationen.
Um eine finanzielle Lösung zu finden, ist das Kinderspital laut der «NZZ» im Gespräch mit der Zürcher Gesundheitsdirektion.













