Zürcher Freimaurer äussern Verdacht auf Brandstiftung

Ein historisches Gebäude am Lindenhof in der Zürcher Altstadt ist in der Nacht auf Montag ausgebrannt. Verletzt wurde niemand.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Zürcher Kreis 1 brannte in der Nacht auf Montag ein historisches Gebäude.
- Es handelt sich gemäss Schutz und Rettung Zürich um das «Modestia cum Libertate».
- Die Brandwache und Nachlöscharbeiten dauerten bis am Nachmittag an.
Ein historisches Gebäude am Lindenhof in der Zürcher Altstadt ist nach dem Brand in der Nacht auf Montag einsturzgefährdet.
Die Freimaurer-Loge im Untergeschoss blieb vom Feuer unversehrt, es entstand aber Wasserschaden. Die Polizei schliesst ein Delikt nicht aus.
Der Alarm ging bei der Einsatzzentrale von Schutz und Rettung Zürich nach 1 Uhr ein. Als die Einsatzkräfte kurz darauf vor Ort eintrafen, stand der Dachstock in Vollbrand.
Das sagte Jan Bauke, Pikettoffizier von Schutz und Rettung Zürich, am Montagmorgen vor Ort.
Gebäude ist weiterhin einsturzgefährdet
Beim Grossbrand bestand die Gefahr, dass das Feuer auf andere Gebäude übergreifen könnte. Doch dies sei erfolgreich verhindert worden, sagte Bauke. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten erwiesen sich als arbeitsintensiv und dauerten bis in den Nachmittag.
Das Gebäude ist nach dem Brand einsturzgefährdet, weshalb die Einsatzkräfte das Gebäude rund eine Stunde nach Brandausbruch nicht mehr betraten.
Gleiches galt für die Brandermittler. Bis die Brandermittler rein könnten, seien die Spuren höchstwahrscheinlich verbrannt, so Bauke.
Zürcher Freimaurer sprechen von Brandstiftung
Zur möglichen Brandursache konnten die Behörden noch keine Angaben machen. Die Freimaurer-Loge war vom Feuer verschont geblieben.
Es entstand laut Bauke durch die Löscharbeiten jedoch Wasserschaden. Bei einem Einsturz wäre aber vermutlich auch die Freimaurer-Loge betroffen.
Zürcher Freimaurer äusserten gegenüber dem «Tages-Anzeiger» den Verdacht auf Brandstiftung und berichteten von einem möglichen Einbruch in das Gebäude.
Dazu sagte ein Sprecher der Stadtpolizei Zürich: «Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, ein Delikt kann aber nicht ausgeschlossen werden». Die Polizei stellte eine Medienmitteilung für den Nachmittag in Aussicht.
Kunstwerke vermutlich alle verbrannt
Laut dem Pikettoffizier hingen im Erdgeschoss Kunstwerke, die «vermutlich alle verbrannt sind». Zur entstandenen Schadenshöhe gab es noch keine konkreten Angaben, Schutz und Rettung schrieb aber von einem «beträchtlichen Schadensausmass».
Verletzt wurde beim Brand niemand. Die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gebäude konnten sich mehrheitlich selbst in Sicherheit bringen.
Beim betroffenen Gebäude handelt es sich um das «Modestia cum Libertate». Es dient als Freimaurerzentrum.
Die «Modestia cum Libertate» ist die älteste und mit mehr als 120 Mitgliedern die grösste Zürcher Loge. Vor fünf Jahren feierte sie das 250-jährige Bestehen. Frauen sind nicht zugelassen.
Die Freimaurerei ist eine brüderliche Gemeinschaft. Diese versammelt sich regelmässig und führt auch Zeremonien durch. Über die Vorgänge innerhalb der Versammlungen besteht Verschwiegenheitspflicht. Auch wer der Loge angehört, ist geheim.











