Winterthurer Jungkünstler stellt erstmals in Asien aus

Von Wülflingen ZH nach Malaysia und China – Luca Harlacher zeigt seine Werke auf Einladung derzeit in Asien.

2019 schloss der Wülflinger Luca Harlacher sein Studium in Fine Arts an der Zürcher Hochschule der Künste mit dem Bachelor ab. Bereits davor absolvierte er ein Austauschsemester an der Kunsthochschule UNA in Buenos Aires.
Seither arbeitete der heute 33-Jährige in diversen Ateliers – u. a. in Berlin – und zeigte seine Werke an Ausstellungen im Kunst Museum Winterthur, in Zürich, Berlin oder Mailand. Harlachers Schaffen erlangte Aufsehen bis weit über die Schweizer Grenze hinweg.
Die renommierten G13 Gallery in Kuala Lumpur (Malaysia) setzt nun mit der bis 17. Oktober dauernden Einzelausstellung unter dem Titel «Dinos, Holiday & Life Chapters» einen neuen Meilenstein in der jungen, erfolgreichen Karriere des Winterthurs.
Gleichzeitig arbeitet dieser vor Ort und wird anfangs November in Guangzhou (China) eine weitere Einzelausstellung eröffnen, um danach in Shanghai die Schweiz an einer der bedeutendsten Messen für zeitgenössische Kunst in China, der ART021 vertreten.

Redaktion: Mussten Sie nach der Anfrage lange überlegen?
Luca Harlacher: Nein, überhaupt nicht. Ich war von Anfang an dankbar für diese Möglichkeit und sah darin eine fantastische Chance für mich persönlich und für meinen Weg als Künstler.
Redaktion: Was waren die grössten Herausforderungen im Zusammenhang mit Ihrer Reise mit den Bildern nach Asien?
Harlacher: Da gab es so unzählig viele Herausforderungen, an die man im ersten Moment gar nicht denken würde. Das Anspruchsvollste war aber schon das Thema um den Bildertransport: Wie transportiere ich die Bilder? Werden sie auch sicher und rechtzeitig ankommen? Wie läufts mit dem Zoll? Kann ich mir das finanziell alles leisten?
Redaktion: Werden Sie vor Ort «nur» bestehende Bilder präsentieren oder vor Ort auch arbeiten und neue Werke kreieren?
Harlacher: Ich werde – vor allem in China – einen Grossteil der Werke vor Ort kreieren. Die Ausstellungsflächen sind dort riesig, und ich hätte wahrscheinlich nicht mal genügend Arbeiten gehabt, um alle Räume zu bespielen. Ausserdem liebe ich es, mich von neuen Orten inspirieren zu lassen und einfach zu schauen, was passiert.
Redaktion: Haben Sie die Werke, die Sie präsentieren, gezielt für die Ausstellung gefertigt?
Harlacher: Die meisten Malereien habe ich extra für die Ausstellungen angefertigt. Die neuen grossen Formate sind reine Acryl und Tusche- Malereien und haben – anders als viele meiner bestehenden Mixed Media Malereien – keine dreidimensionalen Elemente und Figuren auf der Leinwand.
Diese neuen, deutlich dünneren und leichteren Bilder konnte ich für den Transport auf ein PVC-Rohr aufrollen, was den ganzen Kunsttransport erleichtert hatte.
Redaktion: Sie werden danach nach China weiterreisen und dort ebenfalls ausstellen?
Harlacher: Ja, in China mache ich zuerst eine einmonatige Artist Residency im Another Art Museum in Guangzhou. Und am selben Ort habe ich dann auch meine erste Einzelausstellung in China.
Anschliessend gehe ich nach Shanghai und bespiele mit meinen Arbeiten an der Art021 Shanghai den Stand von Zurich Tourismus, der gewissermassen die Schweiz an dieser Art Fair vertritt.
Redaktion: Bleibt Zeit, auch etwas vom jeweiligen Land zu sehen?
Harlacher: Es steht ganz viel Arbeit an in den nächsten Monaten und natürlich möchte ich dafür auch mein Bestes reingeben, damit ich dann auch mit allen Projekten 100 Prozent zufrieden sein kann.
Es ist aktuell noch schwer einzuschätzen, wie es genau wird, aber ich hoffe schon, dass ich trotzdem etwas Zeit für die Länder, die Kultur und das Essen haben werde. Wäre ja sehr schade, falls nicht.
Redaktion: Ist das Ziel, alle Bilder zu verkaufen und nur mit Handgepäck heimzureisen?
Harlacher: Ob ich sie jetzt verkaufe oder nicht, spielt diesbezüglich nicht so eine grosse Rolle, die Arbeiten bleiben sowieso in Asien und würden nächstes Jahr in andere Projekte involviert werden. Für mich, der emotional sehr an seinen Bildern hängt, ist das natürlich auch kein leichter Schritt.
Redaktion: Was bedeutet Ihnen dieser neue Meilenstein als Künstler?
Harlacher: Vor lauter Stress hatte ich noch nicht mal wirklich Zeit darüber nachzudenken, was es mir bedeutet. Aber es hat mich in meinem Schaffensprozess jedenfalls extrem motiviert und angetrieben und die Ungewissheit, was daraus entstehen könnte, hat halt auch immer ihren Reiz.
Schlussendlich ist es einfach etwas Wunderschönes am Künstler-Dasein – man kann sich immer wieder auf die verschiedensten neuen Abenteuer, Menschen und Orte einlassen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.






