Zimmer Biomet streicht in Winterthur 490 statt 580 Stellen

Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens hat Zimmer Biomet den Stellenabbau in Winterthur von 580 auf 490 reduziert. Der Stadtrat begrüsst den Entscheid, spricht aber von einem schweren Einschnitt für die Betroffenen und ihre Familien.

Der US-Medizintechnikkonzern Zimmer Biomet baut an seinem Produktionsstandort in Winterthur weniger Stellen ab als ursprünglich geplant. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens sollen noch bis zu 490 statt wie zunächst vorgesehen bis zu 580 Arbeitsplätze betroffen sein. Zudem wird der Stellenabbau zeitlich gestreckt.
Der Konzern habe nach Gesprächen mit der Arbeitnehmervertretung, den Gewerkschaften sowie Vertretern der Stadt Winterthur und des Kantons Zürich seinen Restrukturierungsplan angepasst, teilte Zimmer Biomet am Montag mit. Das Konsultationsverfahren war am 5. Oktober abgeschlossen worden.
Im Rahmen des überarbeiteten Plans sollen bestimmte Produktionsaktivitäten an andere bestehende Standorte des Konzerns verlagert werden. Der Schmiedebetrieb DynaForge sowie die Herstellung bestimmter Hüftkomponenten bleiben dagegen in Winterthur. Auch die unterstützenden Geschäftsfunktionen sowie Forschung und Entwicklung sind von der Restrukturierung nicht betroffen und verbleiben am Standort.
Stellenabbau erst ab 2028
Zudem wird die Restrukturierung nun schrittweise bis 2030 umgesetzt. Nach aktuellem Stand sollen vor 2028 keine Stellen betroffen sein. Durch den verlängerten Zeitraum will das Unternehmen mehr Möglichkeiten für interne Stellenwechsel, natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen schaffen.
Auch der Sozialplan wurde laut Mitteilung entsprechend bis 2030 verlängert. Zudem könnten alle Lernenden ihre laufende Ausbildung bei Zimmer Biomet abschliessen, hiess es weiter.

Die Entscheidung ist Teil einer weltweiten Überprüfung des Produktions- und Lieferantennetzwerks. Damit will der Konzern nach eigenen Angaben seine Wettbewerbsfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferketten stärken.
Zimmer Biomet betonte, weiterhin in Winterthur präsent zu bleiben. Die Schweiz bleibe ein wichtiger Standort für die Aktivitäten in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA). Neben Winterthur ist der Konzern auch in Genf und Zug vertreten. In Zug befindet sich der regionale Hauptsitz für die EMEA-Region.
Unia: Zimmer Biomet muss Verantwortung übernehmen
Im Zuge des Konsultationsverfahrens seien für die Angestellten von Zimmer Biomet einige Verbesserungen erzielt worden, hält die Gewerkschaft Unia in einer Stellungnahme fest. Der Personalabbau bleibe für die Belegschaft und den Industriestandort Winterthur dennoch ein schwerer Schlag und die Unsicherheit gross.
Eine Reihe von Fragen sei für die Zukunft der betroffenen Mitarbeitenden noch ungelöst, hiess es weiter. Zimmer Biomet müsse bei der Umsetzung Verantwortung übernehmen, forderte Unia. Die Gewerkschaft werde das Verfahren begleiten.




