Traditions-Club zurück in Promotion League – UBS-Boss gratuliert

Der SC YF Juventus kehrt nach drei Jahren in die Promotion League zurück. Zu den ersten Gratulanten gehört UBS-Boss Sergio Ermotti.

Das Bild spricht Bände: Piero Bauert (66), beim SC YF Juventus Ehrenpräsident, Klubbesitzer und Sportchef in Personalunion, hält freudestrahlend einen silbernen Pokal in der linken Hand. Gleichzeitig umarmt der Silberfuchs seinen Sohn Sebastian (35), Assistenztrainer von Chef-Coach Nzuzi Toko Bundebele.
Auf den kurz zuvor übergestreiften weissen T-Shirts steht unter dem Klub-Logo: «Hesch eus vermisst, Promo?» Nach drei Jahren in der 1. Liga classic steigen die Stadtzürcher wieder in die Promotion League auf.
Auch eine knappe Woche nach dem Triumph in den Playoff-Spielen gegen den FC Langenthal ist Piero Bauert emotional berührt. Zum «Tagblatt» sagt der Stadtzürcher: «Ich muss mich ab und zu immer mal wieder kneifen, damit ich glaube, dass wir es wirklich geschafft haben.»
Wie ein Schnellzug rast das Team von Ex-GC-Profi Toko durch die Qualifikation. Es beginnt mit 12 Siegen aus den ersten 12 Spielen. Ab der zweiten Runde sind die Amateurkicker vom Juchhof Tabellenführer.
Am Schluss sind’s nach 30 Runden 73 Punkte bei einem Torverhältnis von 81:26. Der Tabellenzweite FC Tuggen hat 12 Punkte Rückstand.

In der ersten Runde der Playoffs müssen die Stadtzürcher zuerst in den Kanton Jura. Der Gegner: FC Courtételle. Bauert: «Spiele im Jura sind speziell, die sind vergiftet. Das ganze Dorf, alle die laufen konnten, waren am Spiel dabei.»
YF Juventus verliert das Hinspiel mit 0:1. Aber im Rückspiel kehren die Zürcher die Sache: 2:1-Heimsieg.
Ein Playoff-Krimi
Doch auch die zweite Playoff-Runde wird für das beste Erstliga-Team der Saison zu einer Zitterpartie: Das Hinspiel gegen den FC Langenthal geht zuhause auf dem Juchhof mit 1:2 verloren.
Auf der Rankmatte in Langenthal wollen 2150 Oberaargauer Fans erleben, wie die mit ehemaligen Super-League-Stars wie Mergim Brahimi, Granit Lekaj, Samir Ramizi, Mychell Chagas und Joël Kiassumbua gespickte Mannschaft den Aufstieg wieder verpasst.
Doch Ex-GC-Stürmer Albion Avdijaj bringt YF Juventus früh mit zwei Toren 2:0 in Front. Nach dem Anschlusstreffer durch den Ex-GC-Junior Amel Rustemoski schlägt Leonardo Uka zweimal zu. 4:1! Es ist vollbracht.
Ehrenpräsident Bauert mit dem Abstand von knapp einer Woche: «Ich bin dankbar, dass ich das mit meinem Sohn erleben darf. Schade, dass das meine Eltern nicht mehr erleben – aber sie schauen von oben herab zu.»
Aufstiegstrainer Toko, der seinen Vertrag bis 2027 verlängert hat, geniesst seit dem Triumph Urlaub. Bauert: «Ich musste ihn in die Ferienschicken, sonst wäre er nicht gegangen. Er muss zu seiner Familie schauen. Extrem, was er mit uns vollbracht hat. Dafür musst du fussballsüchtig sein.»
Übrigens: Bei den unterlegenen Langenthalern ist ein gewisser Stephan Anliker Vizepräsident. Richtig, der ehemalige Diskus- und Kugelwerfer war von 2014 bis zum Abstieg 2019 Präsident beim Schweizer Rekordmeister GC.
Und sorgte damals wegen seines Verhältnisses zu Partnerklub YF Juventus für Schlagzeilen. Bauert betrieb im Frühling 2017 GC. Streitpunkt: 72’500 Franken. Anliker erklärte das Ganze zur Chefsache.
GC überwies den fälligen Betrag. Bauert nach dem 4:1-Triumph: «Das war keine Rache. Wir haben nach dem Spiel zusammen gesprochen, auf freundschaftlicher Basis, auch wenn wir damals Zoff hatten. Und: Der Richtige ist aufgestiegen.»
Übrigens, zum zweiten. Per SMS gratulierte UBS-CEO Sergio Ermotti den Zürchern zum Aufstieg. Ermotti ist nebenbei Präsident des Luganeser Klubs FC Collina d’Oro, bisher Gegner von YF Juventus in der 1. Liga classic.

Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.







