Tiersegnung: «Menschen motivieren, Würde aller Tiere zu stärken»

Am 6. September findet in Regensdorf ZH ein Gottesdienst für Mensch und Tier statt – die Tiersegnung ist eine Botschaft, die Würde der Tiere zu wahren.

Viele tierische Begleiter gehören für Menschen ganz selbstverständlich zur Familie. Dass diese Verbundenheit auch in der Kirche ihren Platz haben kann, zeigt ein besonderer Gottesdienst in Regensdorf.
Am Sonntag, 6. September, lädt die reformierte Kirchgemeinde Furttal um 10 Uhr zu einem «Gottesdienst für Mensch und Tier» ein. Die Feier findet im Garten der Kirche in Regensdorf statt und wird von Pfarrerin Nadja Boeck gestaltet, an der Orgel spielt Martin Kaiser (bei schlechtem Wetter in der Kirche).
Hinter dem Gottesdienst steht auch der Arbeitskreis Kirche und Tiere (AKUT). Der konfessionsübergreifende Verein beschäftigt sich mit der Frage, welchen Platz Tiere in Kirche und Gesellschaft haben und wie ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen aussehen kann.

AKUT versteht Tiere als Mitgeschöpfe und möchte Kirchgemeinden dafür sensibilisieren, das Tierwohl stärker in ihre Arbeit einzubeziehen.
Positive Inspiration
Eine, welche sich vor gut drei Jahren entschieden hat, dem Arbeitskreis beizutreten, ist Corinne Bächler aus Adlikon. Es habe sie immer gestört, dass Tiere auf die eine oder andere Art ausgegrenzt werden, erzählt sie im Gespräch.

Auf der Suche, wie sie sich für dieses Anliegen einsetzen könnte, sei sie auf AKUT gestossen. Sie besuchte deren Veranstaltungen und war überzeugt, einen Ort gefunden zu haben, um Tieren zu helfen, dass die Menschen sie als Mitgeschöpfe sehen.
So wird Bächler am 6. September ebenfalls zugegen sein. Sie betont, dass es AKUT im Alltag wichtig sei, positiv zu inspirieren. «Wir möchten Menschen motivieren, den Schutz und die Würde aller Tiere im Alltag zu stärken.»
Man wolle dabei aber auf Informationen, Dialoge und positive Impulse setzen und nicht die Moralkeule schwingen. Gerne möchte man den AKUT-Gedanken auch in den Kirchen stärken und freut sich, wenn viele Kirchen die Selbstverpflichtung «Tierfreundliche Kirche» unterschreiben.
Kirchgemeinden wurden ebenso ermutigt, konkrete Schritte zu gehen, etwa durch eine naturfreundliche Gestaltung von Aussenräumen oder auch eine reflektierte Verpflegung bei kirchlichen Anlässen. Eine Tiersegnung ist weit mehr als ein Gottesdienst mit vierbeinigen Gästen.
Sie kann zum Ausdruck bringen, was Menschen mit ihren Tieren verbindet: Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, Freude an der Beziehung und die Hoffnung, dass Mensch und Tier behütet durchs Leben gehen.
Zugleich erinnert sie an die Verantwortung des Menschen gegenüber anderen Lebewesen und der Schöpfung. Denn ein Grundgedanke von AKUT ist es, dass Liebe und Mitgefühl nicht beim Menschen enden, sondern alle Lebewesen einschliessen sollen.
Zur Tiersegnung in Regensdorf, oder generell zu Tiersegnungsgottesdiensten seien Tiere aller Art willkommen, meint Bächler. Der Segen richtet sich dabei nicht nur an das Tier. Auch die Menschen, welche mit ihnen zusammenleben werden miteinbezogen.
Schutzpatron der Tiere
Die Verbindung von Tierliebe und christlicher Spiritualität hat zudem eine lange Tradition. Besonders eng verbunden ist sie mit Franz von Assisi, der als Schutzpatron der Tiere und der Umwelt gilt.

Sein Blick auf die gesamte Schöpfung prägt bis heute viele kirchliche Anlässe rund um Mensch, Tier und Natur. Der Gottesdienst in Regensdorf zeigt, dass die tierischen Begleiter mehr sind als nur ein Haustier.
Sie sind Mitgeschöpfe, für welche Menschen Verantwortung übernehmen und mit denen sie ihr Leben teilen. Der Gottesdienst könnte durch die Anwesenheit vieler verschiedener Tiere zu einem lebendigen Gemeinschaftserlebnis werden und aufzeigen, wie vielfältig die Schöpfung ist, zu der alle Sorge tragen sollten.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Furttaler» erschienen.








