Star-Autor Martin Suter will nicht gleich «Duzis» machen

Darf, soll oder kann man jemand Fremdes einfach so duzen? Beststellerautor Martin Suter hat eine klare Meinung.

Das Wichtigste in Kürze
- Martin Suter mag es nicht, wenn sich Menschen umgehend duzen.
- Mit dem Wechsel auf das «Du» komme man sich einen Schritt näher.
- Es bedeute nichts Spezielles mehr, wenn man es schon von Beginn weg verwende.
Unkompliziertes Duzen ist nicht jedermanns Sache. Das bestätigt Beststellerautor Martin Suter. Der Zürcher hat er lieber, wenn man sich das «Du» erarbeiten muss.
«Das allgemeine Duzen beraubt einen der Möglichkeit, sich einen Schritt näherzukommen. Also wenn man erst Sie und dann nachher Du sagt», äussert der 77-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.
Und weiter: «Das hat mir immer gefallen. Sofort Du zu sagen, das entwertet das Du ja völlig. Dann ist es nichts Besonderes mehr.»
Suter kümmert es wenig, dass seine Meinung altmodisch erscheinen mag.
Der Schriftsteller legt grossen Wert auf Manieren und ein sauberes Auftreten. Die Wertschätzung für sein Gegenüber zeigt er unter anderem mit gepflegtem Aussehen.
Konkret: Er trägt immer einen Anzug.
Deutschschweizer sind offener für das Du
Mit seiner Einstellung gegenüber dem Duzen scheint Suter nicht allein. Eine Studie von YouGov Schweiz im Auftrag der Axa aus dem Jahr 2024 zeigt: Jüngere erachten das Duzen im formellen Umfeld als unprofessionell, ältere Menschen finden es sogar unhöflich.
Generell sind jüngere Menschen aber offener für das Duzen – so auch Deutschschweizer. Bei ihnen ist das Du deutlich beliebter als in der Romandie und im Tessin.
Der stärkste Faktor sind das Alter und die Region aber nicht. Es ist der Kommunikationskontext.










