Spritpreise steigen! Zürcher Taxifahrer: «Bald nichts mehr zu essen»

Hohe Treibstoffpreise und wenig Aufträge: Zürcher Taxifahrer stehen zunehmend unter Druck. Ein Fahrer schildert gegenüber Nau.ch, wie schwierig die Lage ist.
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Das Wichtigste in Kürze
- Hohe Dieselpreise verschärfen die finanzielle Not der Taxifahrer.
- «Uber» und «Bolt» setzen die Zürcher Fahrer zusätzlich unter Druck.
- Der Verband Astag fordert einen Gewerbediesel für die Branche.
Die steigenden Treibstoffpreise bringen Zürcher Taxifahrer zunehmend in Bedrängnis. Weil Benzin und Diesel teuer bleiben, geraten viele Betriebe finanziell unter Druck.
Avdush Leka (60), ein Zürcher Taxifahrer, schlägt im Nau.ch-Video Alarm: «Es bleibt fast nichts mehr zum Verdienen.»
Taxifahrer: Tank muss immer voll sein
Die Auftragslage ist angespannt, gleichzeitig steigen die Treibstoffpreise weiter. «Wir haben kaum Arbeit und verdienen sehr wenig», sagt Leka. Das Geld gehe für Diesel und Sozialabgaben drauf. «Wenn es so weitergeht, haben wir bald nichts mehr zu essen», sagt er.

Sparen müssten derzeit alle, das sei «normal». Aber weniger tanken – «das geht gar nicht.» Man müsse den Tank immer um mindestens dreiviertel füllen.
Denn: Man wisse ja nie, ob es als Nächstes eine «grosse oder kleine Fahrt» gebe.
Preise drücken auf die Stimmung
«Wieso ist der Treibstoffpreis so hoch?» fragt sich Leka.
Klar ist für ihn jedoch: Die Stimmung unter den Taxifahrern sei «sehr bedrückt». Das liege auch an der Konkurrenz durch Taxi-Alternativen wie «Uber» und «Bolt».

«Die nehmen uns unser Brot weg», klagt er. Er glaube, dass sich die Konkurrenz auch deshalb so gut etabliere, weil sie politischen Rückenwind habe. Beweise dafür habe er jedoch keine.
Bereits im April hat Nau.ch bei Zürcher Taxifahrern nachgefragt, wie die Lage sei. Damals berichteten sie, teils nur noch maximal drei Fahrten pro Tag durchführen zu können.
«Nicht möglich, Preise an Kunden zu übertragen»
Der Branchenverband des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands Astag äussert sich auf Nachfrage zur Situation in der Taxi-Branche. «Es trifft im Moment jede Branche», sagt Anna Bähni von der Astag.
Ein Problem sei, dass es von Kanton zu Kanton unterschiedliche Regeln gebe: «In Genf beispielsweise gibt es einen gedeckelten Maximalbetrag pro Kilometer.» In Zürich gelten andere gesetzliche Grundlagen.
Klar ist: «Es ist nicht möglich, die Preise eins zu eins an den Kunden zu übertragen», sagt Bähni.

Bähnis Ansatz: tiefere Treibstoffpreise für Taxiunternehmen – wie es sie in anderen europäischen Ländern bereits gebe. Es brauche einen solchen «Gewerbediesel». Dahingehend müsse die Politik handeln.
Ändert sich nichts, sieht es düster aus. Bähni: «Ein Anstieg von zwei auf drei Franken pro Liter Diesel kann den Ertrag pro Schicht um rund 20 Franken mindern.» Dies entspreche rund fünf Prozent des Umsatzes, den ein Taxifahrer pro Tag erwirtschaften müsse.
Ein Liter Diesel kostet mittlerweile im Schnitt 2.46 Franken – und damit nochmals fünf Rappen mehr als Ende vergangener Woche.
Die hohen Preise sind unter anderem eine Folge der angespannten Lage auf den Treibstoffmärkten sowie von Transportproblemen in der Schweiz. Zudem verteuert das Niedrigwasser des Rheins die Einfuhr.




