Zürich: Kunsthaus-Direktorin verdient mehr als die Stadtpräsidentin

Von der Stadt subventioniert: Die Direktorin des Kunsthauses verdient rund 310'000 Franken jährlich. Damit übertrifft ihr Gehalt sogar das der Stadtpräsidentin.

Das Wichtigste in Kürze
- Von der Stadt Zürich subventionierte Kulturinstitutionen müssen Führungslöhne offenlegen.
- Die Direktorin des Kunsthauses hat einen Lohn von rund 310'000 Franken im Jahr.
- Damit verdient sie rund 7000 Franken mehr als die Zürcher Stadtpräsidentin.
Ob Tonhalle, Kunsthaus oder Schauspielhaus – wer in der Führungsetage sitzt, kassiert richtig ab.
Die Löhne der Führungspersonen der Zürcher Kulturinstitutionen sind erstaunlich hoch. So verdient beispielsweise die Leiterin des Kunsthauses mehr als die Zürcher Stadtpräsidentin. Das verrät eine Liste mit Löhnen der wichtigsten Kulturverantwortlichen.
Seit einer Regelung aus dem Jahr 2022 müssen von der Stadt subventionierte Institutionen die Gehälter der Geschäftsleitung publizieren. Dies, sobald die öffentlichen Gelder zwei Millionen Franken übersteigen und den Betrieb zu über 50 Prozent finanzieren.
Chefetage im Schauspielhaus verdient 850'000 Franken
Wie die «NZZ» schreibt, hat auch das Schauspielhaus kürzlich seine Zahlen veröffentlicht. Die vierköpfige Geschäftsleitung verdient insgesamt rund 850'000 Franken im Jahr.
Das Schauspielhaus ist mit 40 Millionen Franken jährlich die höchstsubventionierte Institution der Stadt. Danach folgen die Tonhalle und das Kunsthaus. Auch bei diesen Einrichtungen klingeln bei den Führungspersonen die Kassen.
Ann Demeester, die Direktorin des Kunsthauses, verdiente 2024 um die 310'000 Franken rund 25'800 im Monat). Zum Vergleich: Das sind jährlich rund 7000 Franken mehr als der Lohn der Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch. Sie verdient 303'500 Franken im Jahr.
Noch mehr verdiente 2024 Ilona Schmiel, die Intendantin der Tonhalle-Gesellschaft. Ihr Gehalt betrug stolze 364'000 Franken, also rund 30'000 Franken im Monat.
Opernhaus gibt Gehälter nicht bekannt
Wohl noch höher dürfte das Gehalt des Intendanten des Zürcher Opernhauses ausfallen. Das Opernhaus unterliegt als kantonale Einrichtung jedoch nicht der Transparenzpflicht, weshalb die Löhne nicht bekannt sind.
Auf Anfrage der «NZZ» teilt das Haus mit, dass sich alle Gagen und Gehälter «im branchenüblichen Rahmen» bewegen. Was das ungefähr bedeutet, wird nicht ausgeführt.
Im Jahresabschluss würden die Personalkosten jeweils dem Kanton zur Kontrolle vorgelegt.











