Agglo Zürich

    «Plötzlich gabs Knall»: Schuld sind Gase von Gülle!

    Sina Barnert
    Sina Barnert, Nico Leuthold

    Goldküste,

    Die Sommer in der Schweiz werden heisser und heisser. Bei einem Zürcher Bauer gab es plötzlich einen Knall – wegen Güllegasen.

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    Landwirt Adrian Haggenmacher aus Meilen ZH zeigt, wie er mit der Gefahr der Güllegase umgeht. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Hantieren mit Gülle kann wegen der dadurch freigesetzten Güllegase gefährlich sein.
    • Warmes Wetter wie im Hitzesommer 2026 begünstigt die Bildung solcher Gase.
    • Kommt es deshalb in der Schweiz in Zukunft zu mehr Güllegas-Unfällen?

    Der Hitzesommer 2026 geht in die Geschichtsbücher ein. Er war heiss und trocken – und das über einen längeren Zeitraum als gewöhnlich.

    Darunter zu leiden hatte eine Branche besonders: Die Landwirtschaft. Sie kämpfte mit Wassermangel, verdorrten Feldern, Futterknappheit und musste gar Notschlachtungen vornehmen.

    Gegenüber Nau.ch erklärten die Schweizer Bauern: «Der Einfluss der anhaltenden Trockenheit auf die Landwirtschaft ist gross.»

    Hitzesommer Landwirtschaft
    Der Hitzesommer 2026 hat der Schweizer Landwirtschaft schwer zugesetzt. - keystone

    Das heisse und trockene Wetter sei besorgniserregend, klagten sie. Gleichzeitig gab es erste Warnungen, denn: Der Sommer 2026 sei lediglich ein Vorgeschmack auf das Wetter, das die Schweiz künftig regelmässig erwarte.

    Güllegase sind eine «unsichtbare Gefahr»

    Durch den Klimawandel könnte sich für die Landwirtschaft bald ein weiteres Problem auftun. Denn warmes Wetter begünstigt die Ansammlung von Gasen. Und das könnte beim Hantieren mit Gülle vermehrt gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

    Bereitet dir der Klimawandel in der Schweiz Sorgen?

    Denn die Güllegase sind eine «unsichtbare Gefahr», wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) auf Anfrage von Nau.ch schreibt.

    «Wenn die Gülle bewegt wird durch Rühren, Umspülen, Abpumpen, Hindurchwaten, werden auch die gelösten Gase freigesetzt.» Das sei ähnlich, wie wenn man ein Glas Mineralwasser mit dem Löffel umrühre und Kohlensäure entweiche. Eine explosive Mischung!

    Je heisser, desto mehr Gas

    Das Problem: «Die Temperatur beeinflusst die mikrobielle Aktivität. Bei höheren Temperaturen ist diese generell höher, was sich auch auf die Gasbildung auswirkt.»

    Da die Gase schwerer seien als Luft, könne es zur Bildung von sogenannten «Gasseen» kommen, so die BUL. «Bei sehr drückenden Wetterlagen werden diese weniger schnell natürlich aufgelöst, da kaum bis keine Windbewegung vorhanden ist.»

    Daher könne es sein, dass sich bei heissen Sommertemperaturen schneller Gasansammlungen bilden. Ob wegen des Klimawandels nun vermehrt mit Güllegas-Unfällen zu rechnen ist, sei jedoch nicht abschätzbar.

    Dies, weil «Unfälle mit Güllegasen von sehr vielen Faktoren abhängen», erklärt die BUL.

    Güllegase sorgten wegen Sommerhitze für Explosion

    Wie das dann aussieht, erfuhr Bauer Adrian Haggenmacher aus Meilen ZH. «In einem Kanal haben sich Güllegase angestaut», erzählt er, als Nau.ch ihn auf seinem Hof besucht. Das habe einen stärkeren Druck auf die Leitung ausgelöst als üblich.

    «Plötzlich gab es einen Knall», berichtet Haggenmacher. Diesen hätte er sogar auf hundert Meter Entfernung im Haus gehört. «Als wir nach draussen gingen, um uns anzusehen, was passiert war, hatte es einen Deckel weggesprengt und Gülle ist ausgetreten.»

    Landwirt Meilen
    Adrian Haggenmacher führt in Meilen ZH einen Landwirtschaftsbetrieb. - Nau.ch / Nico Leuthold

    Der Landwirt weiss: «Güllelöcher müssen alle zehn Jahre geprüft und abgenommen werden.»

    Denn: «Güllelöcher müssen sicher sein, da muss man gewisse Vorsichtsmassnahmen treffen.» Man dürfe nicht «einfach so» in ein Gülleloch steigen, warnt Haggenmacher. «Es kann dort Gase haben, die die Sauerstoffaufnahme verhindern.»

    Zwei Güllegas-Unfälle im Hitzesommer 2026

    Anpassungen des Sicherheitskonzepts seien wegen möglichen künftigen Hitzeperioden aktuell jedoch kein Thema, so der Landwirt. Auch kenne er niemanden, der einen Güllegas-Unfall erlitten habe.

    Wusstest du, dass Güllegase gefährlich sind?

    Anders sieht der Fall bei der BUL aus. Sie erklärt, es habe im Hitzesommer 2026 zwei Güllegas-Unfälle gegeben.

    Doch: «Diese Unfälle hätten genau so zu jeder anderen Jahreszeit und bei jeder anderen Temperatur passieren können.»

    Kommentare

    User #4066 (nicht angemeldet)

    Ja ja heute war auch wieder so ein Traktörliday……je grösser desto eher ein subventionierter Prestigträchtiger oder watt? Oder je grösser desto eher sitzt ein König getarnt als einfacher Bauer auf seinem Träktörli? Wer weiss Wer weiss!🤷‍♀️

    User #3831 (nicht angemeldet)

    Den Viehbestand halbieren und das Risiko ist nur noch halb so gross

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