Pendlerin hat plötzlich Zecke am Fuss – aus dem Zug?

Eine Zürcherin entdeckt im Zug plötzlich eine Zecke auf ihrem Fuss. Nicht nur sie, auch ein Experte rätselt: Wie kam das Tierli überhaupt in den Waggon?

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Zürcherin entdeckt im Zug plötzlich eine Zecke auf ihrem Fuss - sie ist noch frisch.
- Die Pendlerin kann sich nicht erklären, wie das Tierli dahin kam - fernab vom Grünen.
- Ein Zecken-Experte gibt gegenüber Nau.ch die «spezielle Begebenheit» ein.
Emilia R.* hat es sich gerade am Fensterplatz in der S-Bahn von der Zürcher Agglo an der HB gemütlich gemacht.
Die Sonne scheint ihr ins Gesicht, es ist heiss draussen – natürlich ist die Pendlerin mit Sandalen unterwegs. Zufällig schaut sie an ihrem rechten Fussknöchel runter – und staunt nicht schlecht, über das, was da klebt: eine Zecke.
Zugebissen hat das Tierli noch nicht. Es muss daher frisch auf ihrem Fuss liegen, schlussfolgert Emilia.

Die Zürcherin ist ratlos: Wie kann das passiert sein? Schliesslich wohnt sie nur zwei Minuten vom Bahnhof entfernt. Auf dieser kurzen Strecke ist keine Spur von Grünzeug zu sehen – weder Wiesen noch Sträucher. Und vom Asphalt sprang die Zecke sie wohl kaum an.
Nau.ch hat bei Werner Tischhauser, dem Vizepräsidenten der Schweizer Liga für Zeckenkranke, nachgefragt.
Auch bei ihm wirft der Fall Fragen auf.
Und zwar erstens, ob die Pendlerin denn Haustiere habe. Da dies jedoch nicht zutrifft, geht das Rätsel weiter. Entscheidend sei gemäss Tischhauser also: «Ob im Zug auch Passagiere mit Haustieren unterwegs sind oder waren.»
Eine Zecke kommt niemals allein
Denn der Experte ist sicher: Einfach so gelangt eine Zecke nicht in einen Zug – Wenn schon, dann im Schlepptau.
Sie könnte also etwa an einem Hund geklebt sein, der sie am Polster abstreifte.
Denn eigentlich gefällt es den Tierchen im ÖV gar nicht. «Zecken mögen es gerne schattig und feucht. Landet eine Zecke auf irgendeinem Weg im Zug, ist es dort zu trocken», erklärt er gegenüber Nau.ch.
Welchen Weg die Zecke ging, um es sich schliesslich auf Emilias rechtem Fuss bequem zu machen, bleibt offen.
Gefährlich: «Man merkt es schlicht nicht, wenn eine Zecke sich auf der Haut angehaftet hat», so der Experte.
Tischhauser plädiert dafür, den Fall zu relativieren. Und zwar mit der Gesamtzahl von «wohl mehreren Millionen Zeckenkontakten beziehungsweise -Stichen pro Jahr».
Zeckenbisse in der Schweiz nehmen zu
Allein in der Schweiz lag die Zahl der Zeckenbisse im vergangenen Jahr laut einer Hochrechnung bei 18'000. Das sind doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren.
Grund dafür ist gemäss der «Suva» Der Klimawandel. Mildere Temperaturen verlängern die Aktivitätszeit der Zecken und begünstigen ihre Ausbreitung.
Mild fühlte sich das Wetter für Emilia an dem sommerlichen Tag im Mai zwar nicht an.
Doch gemäss Tischhauser seien auch «spezielle Begebenheiten» nie zu 100 Prozent auszuschliessen. Bei dem Tierli am Fuss dürfte es sich jedoch um eine Ausnahme von der Regel handeln.
Denn, bemerkt Tischhauser, «die Wege der Zecken sind unergründlich».
*Name von der Redaktion geändert












