Missbrauch: Österreichischer Skandal-Arzt in Zürich verhaftet

Ein österreichischer Arzt befindet sich in Zürich in Untersuchungshaft. Gegen ihn laufen Ermittlungen wegen mutmasslichen Missbrauchs von Patientinnen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein verdeckter Einsatz führte zu einer Festnahme eines Arztes in Zürich.
- Der Arzt soll Patientinnen sediert, heimlich gefilmt und missbraucht haben.
- Mindestens ein Opfer soll minderjährig gewesen sein.
Ein österreichischer 65-jähriger Gastroenterologe ist offenbar in seiner Zürcher Zweitpraxis festgenommen worden.
Seit Anfang Juli befindet er sich in Zürich in U-Haft, wie die zuständige Oberstaatsanwaltschaft gegenüber Nau.ch bestätigt.
Die Zürcher Staatsanwaltschaft führe ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Schändung, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte und weitere Delikte zum Nachteil von Patientinnen in seiner Zürcher Praxis.
«Die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Zürich und der Steiermark stehen im Austausch miteinander», heisst es.
Weitere Angaben macht die Staatsanwaltschaft wegen des laufenden Verfahrens nicht.
Laut der österreichischen Zeitung «Krone» soll sich eine verdeckte Ermittlerin als Patientin ausgegeben haben und ihn anschliessend festgenommen haben.
Trotz Berufsverbot in Österreich und in der Schweiz soll der Mann weiter in Zürich praktiziert haben.
Beim Mann soll Fluchtgefahr bestehen. Laut der Zeitung erzählte er Bekannten, dass er für seine Pensionierung nach Südafrika auswandern wolle.
Die Ermittlungen laufen seit Herbst 2025, nachdem ein Rechtshilfeersuchen der Schweizer Justizbehörden in Graz eingetroffen war.
Kamera in Nastüechli-Box versteckt
Dem Grazer Gastroenterologen wird vorgeworfen, jahrelang Patientinnen heimlich gefilmt, teilweise sediert und missbraucht zu haben.
Ins Rollen brachte der Fall eine Frau, als sie in einer Nastüechli-Box eine versteckte Kamera entdeckte. Sie erstattete daraufhin Anzeige.
Laut der österreichischen Zeitung führte der Mann Handlungen im Intimbereich durch, die nicht den Beschwerden entsprachen.
Er soll Untersuchungen von der Untersuchungsliege auf einen gynäkologischen Untersuchungsstuhl verlegt haben.
Die mutmasslichen Taten sollen in den Abendstunden stattgefunden haben, als der Arzt alleine in der Praxis war.
Mindestens ein Opfer minderjährig
Acht Betroffene sind bekannt. Die Polizei geht von weiteren Opfern aus.
Die Staatsanwaltschaft Graz teilte am Montag mit, dass mindestens ein Opfer minderjährig war.
Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Verfahrensabschluss.
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--> https://www.frauenhaeuser.ch
Mehr Infos zum Thema findest du bei der Präventionskampagne des Bundes:








