Winterthur

    Ist Winterthurer Wald voll mit illegalen Trails? Das sagt Biker

    Sandro Portmann
    Sandro Portmann

    Winterthur Stadt,

    Tom Meister von der IG Bike Trails setzt sich im Wald für ein Miteinander ein – und für mehr Trails.

    Tom Meister.
    Tom Meister von der IG Bike Trails. - zVg

    Biker fahren im Eschenbergwald in Winterthur nicht nur die offiziellen Trails. Regelmässig tauchen neue, illegale Trails auf. Jagdobmann Harry Koller ärgerte sich in einem Interview, dass die Biker damit die Tiere im Sommer mehr gestresst haben als die Hitze.

    Tom Meister von der IG Bike Trails nimmt dazu Stellung.

    Redaktion: Der Eschenbergwald ist voll von illegalen Bike Trails. Reichen die bestehenden nicht aus?

    Tom Meister: Zuallererst möchte ich sagen, dass die meisten meiner Begegnungen im Wald positiv verlaufen, egal ob ich mit dem Bike oder zu Fuss unterwegs bin. Man spürt, dass viele Leute den Wald lieben – und vielleicht ist genau dies das Problem.

    Alle haben eine andere Vorstellung von einem schönen Walderlebnis, denn alle fühlen sich auf ihre Art der Natur nahe. Die einen schätzen die Ruhe, die anderen möchten sich austoben und wieder andere müssen arbeiten.

    Bike Trail
    Ein Bike Trail im Wald. (Symbolbild) - keystone

    Redaktion: Aber die Trails sind illegal ...

    Meister: Aus unserer Sicht ist der Eschenberg nicht voll von illegalen Trails. Denn schon darüber, was ein illegaler Trail ist, streitet man sich bis heute. Das neue kantonale Mountainbike-Konzept des Kantons geht davon aus, dass jeder Weg, der auf den Karten von swisstopo verzeichnet ist, legal befahrbar ist.

    Was als Bike-Trail empfunden wird, ist also oft ein Weg, den es schon lange gibt und der jetzt einfach auch von Bikenden benutzt wird. Nur wenige Strecken sind als reine Biketrails angelegt worden.

    Da diese aber schon mehr als ein Jahrzehnt lang bestehen und bereits eine gewünschte kanalisierende Wirkung entfalten, setzen wir uns dafür ein, dass sie legalisiert werden. Denn die Belastung für die Natur ist am grössten, wenn eine neue Strecke angelegt wird.

    Redaktion: Im Eschenbergwald hat es drei offizielle Bike Trails. Reicht das nicht? Braucht es denn mehr Trails in Winterthur?

    Meister: Die Trails am Reitplatz, so sehr sie auch geschätzt werden, reichen nicht aus. Das ist allen klar, auch der Stadtverwaltung. Niemand, der in Oberwinterthur wohnt und am Abend eine Stunde lang biken möchte, fährt dazu an den Reitplatz.

    Die Leute mögen ausserdem naturbelassene, also nicht extra für das Bike gebaute Strecken, deshalb wird nach wie vor in allen Wäldern auf Stadtgebiet gefahren.

    Sollten Biker im Wald stärker reguliert werden?

    Redaktion: Was macht die Gemeinschaft, um fehlbares Verhalten zu minimieren?

    Meister: Es versteht sich von selbst, dass sich jeder verantwortungsvoll verhalten soll. Wir finden es etwa wichtig, dass Rückzugsgebiete und Naturschutzgebiete gemieden werden und dass die Geschwindigkeit so sein muss, dass man bremsen kann, wenn plötzlich ein Tier oder ein Mensch auftaucht.

    Ausserdem muss klar sein, dass Fussgänger immer Vortritt haben. Wir sind auch auf andere Gruppen zugegangen, um eine Sensibilisierungskampagne zu starten. Zudem unterstützen wir seit Jahren verschiedene Initiativen für eine gute Koexistenz und setzen uns zusammen mit der Stadtverwaltung für eine bessere Trailkultur in Winterthur ein.

    Redaktion: Was muss noch gesagt sein? Sie haben das letzte Wort?

    Meister: Unsere Wälder lassen sich nicht bis ins letzte Detail regulieren. Gefragt ist also von uns allen ein Bewusstsein für die Natur und ein rücksichtsvolles Verhalten gegenüber allen, die sich im Wald aufhalten.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

    Kommentare

    User #3191 (nicht angemeldet)

    Ich sehe im Alltag viele Biker/Velofahrer die sich nicht an die Gesetze halten, wieso sollte das im Wald anders sein? Passieren tut ja gefühlt eh nichts.

    User #5711 (nicht angemeldet)

    Diese wilden Trails zerstören den Wald. Zudem fahren die Biker ohne Rücksicht auf den Wald.

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