Hündeler fordern mehr Zugang zum Zürichsee

Fast alle Seewiesen sind in Stäfa ZH für Hunde tabu. Eine Petition will dies ändern.
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Das Wichtigste in Kürze
- «Diskriminierend» sei das Reglement für Hunde in Stäfa ZH, sagt ein Hundehalter.
- In seiner Petition fordert er, dass Hunde auf den Seewiesen grundsätzlich erlaubt sind.
- Badegäste befürchten viel Urin und Gestank.
Für den Badespass am Zürichsee müssen Hündelerinnen und Hündeler Bello zu Hause lassen. In Stäfa ZH, das direkt am Zürichsee liegt, sind fast sämtliche Seewiesen für Hunde tabu. Einzig die Wiese beim Ritterhaus im Ortsteil Uerikon und ein kleiner Abschnitt im Ortsteil Kehlhof lassen die Vierbeiner zu.
Geht es nach Raphael Brühlmann, fährt die Gemeinde ein zu strenges Regime.
Er hat einen mittelgrossen Strassenhund und wohnt seit vier Jahren in Stäfa. In der eigenen Wohngemeinde habe man mit Hund nur spärlichen Zutritt zum See, sagt er. «Ich finde das ärgerlich.»
«Man fühlt sich ausgegrenzt»
Besonders im Sommer stören ihn die vielen Hundeverbote am See. «Ich würde meinen Hund gerne mitnehmen, wenn ich grillieren oder baden gehe», sagt der 42-jährige Heilpädagoge. Auch gehe sein Hund gerne im See baden.
Stattdessen muss Brühlmann auf andere Gemeinden, zum Beispiel die Nachbarsgemeinde Männedorf, ausweichen. «Meine Frau und ich sind mit unserem Hund mehr in Männedorf als in Stäfa», sagt er. «Als Hündeler fühlt man sich in Stäfa ausgegrenzt.»

Mit einer Petition will Brühlmann nun das strenge Hunderegime auf den Seewiesen in Stäfa lockern. Das geltende Reglement bezeichnet er als «nicht mehr zeitgemäss und als diskriminierend gegenüber Hundebesitzenden».
Die Petition fordert, dass Hunde auf den Seewiesen grundsätzlich erlaubt sind. Das Freilauflassen solle zu gewissen Tageszeiten und/ oder Jahreszeiten untersagt sein. Bei Zuwiderhandlung droht eine Busse. Für angemessen und sinnvoll hält Brühlmann eine zeitlich begrenzte Leinenpflicht.
Skeptische Badegäste
Bei Missachtung der Regeln soll die Gemeinde die Regeln verschärfen können. Auch sieht die Petition eine Kotaufnahmepflicht mit drohender Busse bei Missachtung vor.
Die Petition läuft seit rund einer Woche. Am Mittwoch zählte sie rund 400 von 500 Unterschriften.
Skeptisch reagieren Rainer (79) und Pasquale (68) auf die Forderung.

Am Dienstag geniessen sie auf dem Grundstück Seegärten in Stäfa ZH einen Badetag (siehe Video oben). Zu viele Hunde könnten sie vom Besuch der Seegärten abhalten, sagt Rainer. Pasquale findet es problematisch, wenn Hunde angeleint an der Sonne ausharren müssen. Zudem befürchtet er viel Urin und Gestank.
Gemeinde zeigt Verständnis
Die Gemeinde Stäfa hat Verständnis für die Forderung. Aus Sicht der Hundehaltenden sei diese durchaus legitim, sagt Ruedi Haug, Leiter Sicherheit. Selbstverständlich sei ein grosser Teil der Hundehaltenden bedacht, die geltenden Regeln einzuhalten.
Leider müsse die Gemeinde jedoch immer wieder feststellen, dass sich einige Hundehaltende nicht an die geltenden Regeln hielten, sagt Haug. «Dadurch stören, ja belästigen sie sogar die anderen Badegäste und Erholungssuchenden.»
Badegäste und Erholungssuchende frequentieren die Seewiesen laut Haug während den Sommermonaten sehr stark. Deshalb habe die Gemeinde schon vor mehr als 30 Jahren entschieden, diese Anlagen mit einem entsprechenden Verbot zu belegen.
Grund dafür seien auch Reklamationen gewesen. «Wegen freilaufender Hunde, welche auf den Anlagen unbeaufsichtigt herumtollen, urinieren und koten.»