Stadt Zürich

Beschuldigter in Zürcher Mordprozess streitet psychische Störung ab

Keystone-SDA
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Zürich,

Der 53-jährige Ungare, der wegen Mordes an einem Zürcher Barmann angeklagt ist, hat am Dienstag vor Bezirksgericht abgestritten, dass er an einer psychischen Störung leidet. Da seien Krankenakten gefälscht worden.

Ein 53-jähriger Ungare muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Mittlerweile ist er Krebspatient im Endstadium. Den Gerichtsprozess bestreitet er von seinem Pflegebett aus. (Sy...
Ein 53-jähriger Ungare muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Mittlerweile ist er Krebspatient im Endstadium. Den Gerichtsprozess bestreitet er von seinem Pflegebett aus. (Sy... - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Das Gutachten, das ein Psychiater über den Beschuldigten erstellte, bezeichnet den Mann als «unberechenbar und gewaltbereit». Er leide an einer paranoiden Schizophrenie. Zudem habe er eine Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und paranoiden Anteilen.

Das stimme alles nicht, sagte der Beschuldigte in der Befragung. Er habe keine Störung. Dann folgte eine wirre Erzählung darüber, wie sein krimineller Bruder die Krankenakten gefälscht habe. Allerdings liegt bereits aus dem Jahr 2007 eine erste Diagnose aus Ungarn vor, die dem früheren Elektriker Schizophrenie attestierte.

Die Staatsanwaltschaft fordert für den früheren Elektriker eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren und eine ordentliche Verwahrung. Zudem soll er für 15 Jahre des Landes verwiesen werden.

Aktuell ist der mehrfach vorbestrafte Mann im Pflegezentrum Bauma ZH untergebracht, einer Einrichtung für gesundheitlich eingeschränkte Häftlinge. Er ist Krebspatient und in palliativer Behandlung. Den Prozess gegen ihn bestreitet er vom Pflegebett aus.

Mit seiner Unterbringung ist er nicht zufrieden. Ihm werde in Bauma die nötige medizinische Behandlung verweigert, kritisierte er. Im vergangenen Jahr habe er eine Immuntherapie erhalten, die gegen den Krebs gewirkt habe. Diese werde ihm nun aber vorenthalten.

Der Mann muss sich vor Gericht verantworten, weil er am 30. August 2023 den Barmann der Kontaktbar «Lugano Bar» im Langstrassenquartier erstochen haben soll. Dies streitet der Beschuldigte ab. «Ich habe nichts gemacht.» Er kenne nicht einmal diese Bar. Deren Namen habe er erst aus den Untersuchungsakten erfahren.

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