53-Jähriger soll Barkeeper der Zürcher «Lugano Bar» erstochen haben

Ein 53-Jähriger soll den Barkeeper der Zürcher «Lugano Bar» erstochen haben. Ab heute muss er sich vor Gericht verantworten.

Ein 53-jähriger Ungare muss sich heute Dienstag vor dem Zürcher Bezirksgericht verantworten, weil er den Barmann der Milieubeiz «Lugano Bar» im Langstrassenquartier erstochen haben soll. Die Staatsanwaltschaft will den Mann verwahren. Er sei eine Gefahr für die Öffentlichkeit.
Das Gutachten, das ein Psychiater über den Beschuldigten erstellte, geht von einem «deutlich erhöhten Risiko» für weitere Gewalttaten aus. Es bezeichnet den Mann als «unberechenbar und gewaltbereit». Der Mann leidet an einer paranoiden Schizophrenie. Zudem hat er eine Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und paranoiden Anteilen.
In die Freiheit entlassen will ihn die Zürcher Staatsanwaltschaft deshalb nicht mehr: Sie fordert wegen Mordes eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren sowie eine ordentliche Verwahrung. Zudem soll er für 15 Jahre des Landes verwiesen werden. Seit seiner Verhaftung am 5. November 2023 sitzt er im Gefängnis.
Die Tat, für die er verantwortlich sein soll, geschah am 30. August 2023. Der Beschuldigte hielt sich im damaligen Sommer täglich im Langstrassenquartier auf, weil er eine ehemalige Bekannte mit dem Namen «Debora» und ihr gemeinsames Kind suchte. Er habe die beiden mit nach Ungarn nehmen wollen, heisst es in der Anklage.
Der Beschuldigte vermutete «Debora» und das Kind in der «Lugano Bar», wo sich hauptsächlich Frauen aus Afrika prostituieren. Bei seiner Suche habe er immer mehr den Eindruck erhalten, dass die Personen aus der Bar ihn anlügen würden, so die Anklage.
Am Tag des Tötungsdelikts betrat der Ungar kurz nach 11 Uhr die Bar, um den Angestellten einmal mehr nach «Debora» zu fragen. Als er einmal mehr keinen Erfolg hatte, verliess er das Lokal, um in der Bar nebenan nach dem Namen des Barmanns zu fragen.
Daraufhin kehrte er – mit einem Messer und einem Pfefferspray bewaffnet – zurück in die «Lugano Bar», trat vor das Opfer und besprühte es. Danach ging er hinter den Tresen und stürzte sich gemäss Anklage mit dem Messer auf sein Opfer. Mindestens sieben Mal stach er im Rücken- und Schulterbereich zu.
Der Bar-Angestellte starb trotz Reanimationsmassnahmen noch vor Ort. Der Beschuldigte habe den Angestellten getötet, weil dieser der Ansicht gewesen sei, der Barmann sei ihm bei der Suche nach der Frau und dem Kind im Weg gestanden, so die Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung wird ihr Anträge beim Prozess bekannt geben. Wann das Bezirksgericht das Urteil eröffnet, ist noch unklar.




