GC betroffen: FCL stellt zwei Funktionäre nach Rassismus-Eklat frei

Deborah Nyota Kabela von GC wurde rassistisch beleidigt. Nun kommt aus, dass der Beschuldigte ein Ex-Nationalliga-Fussballer ist. Der FC Luzern reagiert.
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Das Wichtigste in Kürze
- GC-Spielerin Deborah Nyota Kabela wurde von einem Luzern-Mitglied rassistisch beleidigt.
- Der Club stellt infolgedessen zwei Mitglieder frei.
- Das FCL-Staff-Mitgliedsoll ein Ex-Nationalliga-Fussballer sein.
«Es ist mir scheissegal, ich sage auch Mohrenkopf.» Am Ostersonntag kam es bei einem Spiel der U20-Meisterschaft (Luzern 2:2 GC Frauen) zu einem Rassismus-Eklat.
Deborah Nyota Kabela wurde rassistisch beleidigt. Laut Augenzeugen von einem Staff-Mitglied des FC Luzern. Die Szene ereignet sich unmittelbar vor einem Einwurf.
Plötzlich kommt es an der Seitenlinie zu einem Wortgefecht. Der Cheftrainer von GC beschuldigt den Luzerner, die Worte «Schwarze» und «Mohrenkopf» in den Mund genommen zu haben. Das Spiel wird kurz unterbrochen, dann aber fortgesetzt (Video oben).
FC Luzern stellt zwei Staff-Mitglieder frei
Ein FCL-Funktionär habe «gegen die klaren Werte des FC Luzern in Bezug auf Rassismus und Diskriminierung verstossen», schreibt der Zentralschweizer Club am Mittwoch. Zudem sei auch ein weiterer FCL-Funktionär in den Vorfall involviert gewesen.
Die Konsequenz: «Nach Abschluss der umgehend eingeleiteten und konsequent durchgeführten internen Aufarbeitung des Vorfalls hat der FC Luzern entschieden, die beiden Mitarbeitenden per sofort freizustellen.»

Das Verhalten der beiden Funktionäre sei in keiner Weise akzeptabel, sagt Sportchef Remo Meyer. Nicht in der Wortwahl, auch nicht in der Reaktion auf die dadurch ausgelöste Dynamik. «Wir distanzieren uns entschieden davon. Bezüglich Rassismus verfolgt der FC Luzern eine klare Nulltoleranz-Haltung.»
Man bedauere das Geschehene ausdrücklich und habe mit der betroffenen Spielerin und dem GC Frauenfussball Kontakt aufgenommen und sich für den Vorfall entschuldigt.
Beschuldigter soll Ex-Nationalliga-Spieler sein
Vor dem Durchgreifen des FC Luzern wurden weitere Details über den Beschuldigten bekannt. Wie der «Blick» berichtete, handelt es sich um einen langjährigen Ex-Nationalliga-Fussballer. Für eine Stellungnahme war er nicht erreichbar.
GC meldete den Eklat der Swiss Sport Integrity und dem SFV, teilen die Hoppers der Zeitung mit. «Es wird derzeit geprüft, ob gegen die beschuldigte Person ein Campusverbot verhängt wird.»
Das Team sei am Dienstagabend über das weitere Vorgehen informiert worden. Der Spielerin gehe es den Umständen entsprechend gut, zumal sie grossen Support spüre.

Unterstützung erhält Kabela nicht nur von ihren Mitspielerinnen. Unter ihrem Instagram-Post vom Sonntagabend zum Vorfall melden sich auch Nati-Spielerinnen zu Wort.
«Wir sind mit dir und ich bin stolz auf dich, dass du deine Stimme erhebst», schreibt Coumba Sow. Auch Meriame Terchoun oder Alayah Pilgrim sprechen der Youngsterin Mut zu. Zudem solidarisiert sich auf Instagram auch Nati-Stürmer Breel Embolo.
Verfahren schon eingeleitet – harte Strafe droht
Wie der «Blick» weiter schrieb, hat der Schweizerische Fussballverband bereits ein Verfahren eingeleitet. Mögliche Strafen gehen von Bussen und Sperren bis hin zu Platzverbot oder sogar zum Entzug von Diplomen und Lizenzen.












