Stadt Zürich

Zürcher Kantonsrat will keine Vorgaben für Klassenassistenzen

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Die Zürcher Gemeinden können weiterhin selber darüber bestimmen, wen sie als Klassenassistenz anstellen und für welche Aufgaben. Der Kantonsrat hat am Montag eine Motion der SP abgelehnt, die dazu Vorgaben machen wollte.

Die SP wollte, dass Klassenassistenzen eine obligatorische Ausbildung bekommen. Mit der Forderung stand die Partei jedoch alleine da. (Archivbild)
Die SP wollte, dass Klassenassistenzen eine obligatorische Ausbildung bekommen. Mit der Forderung stand die Partei jedoch alleine da. (Archivbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

«Klassenassistenzen können auch Schaden anrichten, wenn sie falsch eingesetzt werden», sagte SP-Kantonsrätin Patricia Bernet (Uster). Damit Assistenzen einen Mehrwert darstellten und keine Belastung, bräuchten sie zwingend eine Ausbildung.

In ihrer Motion verlangte die SP, dass Klassenassistenzen künftig eine pädagogische Grundausbildung mitbringen. Aktuell ist Schulassistenz kein Beruf mit geregelter Ausbildung. Die Gemeinden können selber entscheiden, wen sie als Unterstützung anstellen und wofür. Sie helfen etwa bei Gruppenarbeiten, begleiten die Klassen auf Ausflüge oder überwachen die Pausen.

Eine Berufsausbildung ist wünschenswert, ebenso gute Deutschkenntnisse – mehr jedoch nicht. Dies wird auch so bleiben: Der Rat lehnte die SP-Motion mit 136 Nein zu 37 Ja Stimmen ab. Keine andere Fraktion konnte sich für eine Ausbildungspflicht für Schulassistenzen erwärmen.

Für die FDP war es «Teamteaching light», was die SP fordere. «Noch mehr Kosten, noch mehr Bezugspersonen», fasste Marc Bourgeois (Zürich) zusammen. Auch die GLP kritisierte, dass die SP eine «neue Kategorie Lehrer» einführen wolle. Die Stärke der Klassenassistenzen sei es doch, dass die Gemeinden sie bei Bedarf und niederschwellig einsetzen könnten, sagte Christoph Ziegler (Elgg), selber Lehrer.

Die Verantwortung und auch die Entlöhnung liege in der Verantwortung der Gemeinden, fand auch die Mitte. Statt zusätzliche Regulierungen brauche es flexible Lösungen vor Ort, sagte Kathrin Wydler (Wallisellen). Auch die EVP wollte «keine Bevormundung durch den Kanton», so Hanspeter Hugentobler (Pfäffikon).

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) erinnerte die SP daran, dass «alle Schaden in der Schule anrichten können, die ihren Job schlecht machen». Nicht nur die Schulassistenzen. Es liege in der Verantwortung der Gemeinden, wer für welche Aufgaben eingesetzt werde. Zudem gebe es bereits Kurse dafür an der Pädagogischen Hochschule. Diese bleiben nun freiwillig.

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