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Zürcher Hotline für Opfer von Gewalt wird «rege genutzt»

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Die Zürcher Hotline für Opfer von Gewalt wird laut Justizdirektorin Jacqueline Fehr «rege genutzt». Insbesondere in der Nacht wird die Nummer gewählt, wie die SP-Regierungsrätin zu Tamedia sagte.

Häusliche Gewalt müsste laut der Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr «ganz oben auf der Agenda stehen», wie sie zu Tamedia sagte. (Archivbild)
Häusliche Gewalt müsste laut der Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr «ganz oben auf der Agenda stehen», wie sie zu Tamedia sagte. (Archivbild) - KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

«Offenbar fassen viele Frauen dann den Entschluss, sich Hilfe zu holen», sagte Fehr in dem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Die Opferberatung Zürich betreibt den Telefondienst seit dem 1. November 2025.

Noch ist die Zürcher Telefonnummer 044 455 2 142 keine Kurzwahl, wie sie national geplant ist. Für die nationale Hotline setzte sich Fehr auch in Bundesbern ein. «Als letzten Herbst bekannt wurde, dass sich die Einführung der Hotline erneut verschiebt, bin ich wahnsinnig hässig geworden», sagte sie. Daraufhin habe sie allen drei zuständigen Bundesräten geschrieben. Seither erhalte sie von der Swisscom einen monatlichen Rapport zum Stand des Projekts. Fehr zeigte sich zuversichtlich, dass die nationale Hotline 142 wie angekündigt im Mai zur Verfügung stehen wird.

«Die Sache ärgert mich besonders, weil es ein Muster ist: Wenn man nicht unglaublich energisch auftritt, dann tendieren die Behörden dazu, das Thema häusliche Gewalt nach hinten zu schieben», kritisierte die Vorsteherin der Zürcher Direktion der Justiz und des Innern. Für sie gehöre das Thema an erste Stelle. «Durch die häusliche Gewalt sterben hierzulande mehr Menschen als durch alle anderen Tötungsdelikte.»

Ein weiterer Aspekt strapaziert ihre Geduld, wie Fehr sagte: Fehlende Plätze in Frauenhäusern. «Weiterhin sind 40 Prozent der Schutzplätze im Kanton Zürich von Frauen und Kindern aus anderen Kantonen belegt», sagte sie. Die Plätze würden der Zürcher Bevölkerung fehlen. Gespräche diesbezüglich laufen laut der Justizdirektorin.

Gewisse Nachbarkantone argumentieren ihr zufolge, dass sie zu klein seien, um die nötige Diskretion für ein Frauenhaus zu gewährleisten. Fehr verlangt von diesen Kantonen, dass sie die vollen Kosten für die belegten Plätze übernehmen. So könnte der Kanton Zürich zusätzliche Betten bereitstellen. «Ich bin froh, dass jetzt im Kanton Thurgau die Bevölkerung von der Regierung Taten fordert», sagte Fehr. Sie wertet es als positiv, dass in der Teilrevision des Opferhilfegesetzes Vorgaben zu Plätzen in Schutzhäusern enthalten seien.

Alle zwei Wochen wird laut verschiedenen Organisationen in der Schweiz eine Frau oder ein Mädchen von einem nahestehenden Angehörigen getötet. Der Bund bezeichnet die Anzahl schwerer Gewaltdelikte an Frauen als alarmierend. Vergangenen Herbst startete er gemeinsam mit Kantonen und NGOs eine Präventionskampagne mit dem Slogan «Gleichstellung verhindert Gewalt». Ziel ist es, häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und aufgrund des Geschlechts begangene Gewaltakte zu verhindern.

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