Zürcher Gemeinderat lehnt Werbeverbot für Flugreisen ab

Der Zürcher Gemeinderat hat ein Werbeverbot für Flugreisen auf dem Stadtgebiet abgelehnt. Ein entsprechender Vorstoss der Grünen fand am Mittwoch nur knapp keine Mehrheit.

Auf Trams und grossen Plakaten, werben Fluggesellschaften mit Reisen. Mit ihrem Vorstoss wollten die Grünen den Stadtrat auffordern zu prüfen, wie solche Werbung sowie Angebote für Vielfliegerprogramme oder Überseeferien verboten werden können.
Die Postulantinnen und Postulanten argumentierten, dass Flugreisen rund ein Viertel der indirekten Treibhausgasemissionen der Zürcher Bevölkerung verursachten. Um das städtische Netto-Null-Ziel bis 2040 zu erreichen, sei die Einschränkung dieser Werbung eine der wenigen Einflussmöglichkeiten.
Die Ratslinke unterstützte den Vorstoss. Die Städtische Politik könne den öffentlichen Raum sinnvoll gestalten und entscheiden, ob auf Gebäuden oder Trams mit Flugreisen geworben werden darf, sagte Michael Schmid von der AL.
Auch für die SP ist klar, dass Werbung einen konsumfördernden Effekt habe und der ökologische Abdruck der Stadt Zürich kleiner werden müsse. Die Beschränkung der Flugwerbung sei ein umsetzbares Mittel, sagte Anna Graff (SP).
«Betreutes Denken statt Klimapolitik»
Dagegen schoss Patrik Brunner von der FDP. «Das ist das neueste Kapitel im Werbemobbing», sagte er. Es verletze die Wirtschafts- und Werbefreiheit.
Yves Peier (SVP) ging der Vorstoss ebenfalls zu weit. Es handle sich um legale Dienstleistungen von Fluggesellschaften und Reisebüros. Mit einem Werbeverbot würde man Branchen ungleich behandeln. Dann müsste auch Werbung für Busreisen und Fast Fashion verboten werden, ergänzte Wolfgang Kweitel von Die Mitte. «Das ist keine Klimapolitik, sondern betreutes Denken», schimpfte Jane Bailey von der SVP.
Mit 57-Ja zu 61-Nein-Stimmen lehnte der Gemeinderat den Vorstoss schliesslich ab.




