Umstrittene Parlamentarierin in Illnau-Effretikon wiedergewählt

Regula Hess hat am Sonntag die Wiederwahl ins Stadtparlament von Illnau-Effretikon geschafft. Nachdem Hess online judenfeindliche Beiträge verbreitet hatte, schloss die SP die Lokalpolitikerin vergangene Woche aus der Partei aus.

Trotzdem trat Regula Hess bei den Parlamentswahlen vom Sonntag auf Platz 4 der SP-Liste an. Die Kandidaturen liessen sich so kurz vor den Wahlen nicht mehr ändern. Sie erzielte trotz ihres Parteiausschlusses 1682 Stimmen und belegte den 7. Platz auf der Liste. Hess sitzt seit 2018 im Stadtparlament.
Die SP konnte am Sonntag ihre sieben Sitze im 36-köpfigen Stadtparlament von Illnau-Effretikon verteidigen, womit Hess die Wiederwahl schaffte. Grosse Gewinnerin war die SVP. Sie eroberte drei zusätzliche Sitze und hält nun 12 Sitze es 36-köpfigen Parlaments.
Anfang Woche wurde bekannt, dass Hess online wiederholt Hetze gegen jüdische Personen geteilt hatte. «Wir sind schockiert über die Posts von Frau Hess», sagte die Zürcher SP-Generalsekretärin Andrea Sprecher daraufhin. Nach einer Anhörung war Hess der Parteiausschluss mitgeteilt worden, das Ausschlussverfahren habe die Kantonalpartei in Absprache mit der Sektion und der Bezirkspartei eingeleitet.
Offenbar waren auf Hess' Profilen regelmässig Beiträge zum Gazakrieg und zur israelischen Regierung zu sehen. Allerdings würden auch Juden generell angegriffen. So seien etwa Beiträge zu einer jüdischen Weltverschwörung zu sehen gewesen oder gar eine mögliche Leugnung des Holocausts.
«Die Posts sind für uns absolut inakzeptabel und überschreiten unzweideutig die Grenze dessen, was in der Partei Platz hat und als persönliche Meinungsäusserung zu akzeptieren ist», sagte Sprecher dazu.





