Trennwände in den Sugus-Häusern werden Thema für Zürcher Stadtrat

In den Sugus-Häusern beim Zürcher HB sind neu auch Asylsuchende untergebracht. Die Vermieter haben dazu mehrere Wohnungen mit Trennwänden neu unterteilt. Die AL will vom Stadtrat nun wissen, ob er über die Trennwände informiert ist.

Zwei Drittel der einstigen Mieterinnen und Mieter sind bereits aus den Sugus-Häusern ausgezogen. Leer sind die verlassenen Wohnungen jedoch nicht: Sie sind entweder auf Airbnb ausgeschrieben oder werden neu von Asylsuchenden bewohnt.
Dies zeigte ein Beitrag von «Schweiz Aktuell» von SRF vom Dienstag. Ein Afghane erzählt darin, dass sein Zimmer 1200 Franken koste. Vermieter ist ein pakistanischer Untermieter, der die Wohnung von einer Firma für Kurzzeitvermietungen mietet.
AL fragt nach Bewilligung
Um mehr Zimmer vermieten zu können, sind einige der Wohnungen neu mit Trennwänden unterteilt. Eine Wohnung, die zuvor 1800 Franken pro Monat kostete, bringt so neu 7000 Franken ein. Bezahlt werden die Mietkosten der Asylsuchenden von der Stadt Zürich, respektive Steuerzahlenden. Die 1200 Franken für ein Zimmer entsprechen exakt dem Maximum, das die Stadt für eine Unterbringung bezahlt.
In einem Vorstoss, den die AL am Mittwoch veröffentlichte, möchte die Partei wissen, ob eine baurechtliche Bewilligung für die baulichen Massnahmen erforderlich ist und ob dafür eine öffentliche Ausschreibung erforderlich ist. Weiter interessiert die AL, ob die Eigentümerin der Liegenschaften oder einer der Kurzzeitvermieter ein Baugesuch eingereicht hat.
Zudem hält die AL in ihrem Vorstoss fest, dass die Sugus-Häuser im Rahmen einer Arealüberbauung erstellt wurden. Mit der baurechtlichen Bewilligungen seien damals Nebenbestimmungen geltend gemacht worden, wonach das Areal weder stärker ausgenutzt werden dürfe noch wesentlich anders als nach den bewilligten Plänen überbaut werden dürfe.
Bunte Fassade gab den Namen
Die Sugus-Häuser erhielten ihren Übernamen wegen ihrer bunten, quadratischen Fassaden. Sie wurden in den 1990er-Jahren vom Immobilienunternehmer Leopold Bachmann gebaut, der mit dem Bauprojekt günstige Wohnungen anbieten wollte.
Bachmann starb Ende 2021, seine drei Kinder erbten unter anderem die insgesamt neun Sugus-Häuser. Seine Tochter Regina Bachmann will drei der Häuser komplett sanieren. Die Mieter sollen deswegen raus. Der Rechtsstreit ist aktuell vor Obergericht hängig.




