Mutter über Krankenkassen: «Wie soll man Prämien noch bezahlen?»

Gerade für Familien sind die steigenden Krankenkassenprämien eine grosse Belastung. Schweizer verzichten jetzt auf Coiffeurbesuche oder neue Nägeli.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Krankenkassenprämien im nächsten Jahr steigen um durchschnittlich fünf Prozent.
- Das sei unter den gegebenen Voraussetzungen zwar nicht gut, aber erwartbar gewesen, sagt Bundesrätin Baume-Schneider.
- Nau.ch hat sich auf Zürichs Strassen umgehört, wie der Prämien-Hammer im Volk ankommt.
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider verkündete gestern, dass die Krankenkassenprämien nächstes Jahr im Schnitt um 5 Prozent steigen werden. Die mittlere Prämie beträgt für das Jahr 2027 412 Franken pro Monat.
Gerade für Familien ist der Prämien-Hammer ein Schock, wie eine Nau.ch-Umfrage in Zürich zeigt.
Paulina (41) hat eine Familie mit zwei Kindern. «Das wird ganz teuer», sagt sie besorgt.
Für sie ist der Anstieg «schwierig zu verstehen». «Jedes Jahr steigen und steigen die Prämien, unsere Löhne aber nicht. Wie soll man die Prämien bezahlen?»
Dina (43) findet: «Alles ist allgemein zu teuer. Das müsste nicht sein.» Auch bislang hätte man in der Schweiz schon genug für die Krankenkassenprämien bezahlt.
Sie hofft, dass die Politik über die Bücher geht und ein Versicherungssystem ausarbeitet, das sich alle leisten können. «In der Schweiz gibt es nicht nur Grossverdiener, sondern auch die Mittelklasse und Niedrigverdiener.»
Dina verzichtet jetzt auf Luxus-Termine
Luxus wie Coiffeurbesuche oder sich die Nägeli machen, gönnt sie sich nun weniger häufig. «Man spart an sich.» Bei der Miete, beim Essen oder eben bei der Krankenkasse könne man ja nicht sparen.
Bei Regina (63) ändert sich durch den Anstieg der Prämien hingegen «gar nichts». Auch wenn sie den Anstieg ärgerlich findet. «Ich gehe selten zum Arzt, habe das normale Modell und kann es mir zum Glück leisten.»
Auch Bertold (62) kann die Prämie noch verkraften. «Aber sobald ich pensioniert bin, wird es eng.»
Der Prämienanstieg macht ihn hässig. «Anderen wird mehr oder weniger alles in den Arsch geschoben», sagt er vielsagend, ohne ein konkretes Beispiel zu nennen.
Bertold werde auch weiterhin zum Arzt gehen, wenn er muss. «Das lässt sich nicht vermeiden im Alter.»
Baume-Schneider verspricht: «Nächstes Jahr wird es anders»
Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider ist sich der Belastung für die Bevölkerung bewusst. Im Nau.ch-Interview sagt sie: «Es sind keine Good News, aber es sind eigentlich erwartete News.»
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Als Ursachen nennt sie die immer älter werdende Bevölkerung sowie den medizinischen Fortschritt. «Es ist nicht das, was man möchte, aber es ist die Realität», meint sie. «Also muss man dort sparen, wo es möglich ist.»
Sie appelliere an alle Partner, Verantwortung zu übernehmen: «Die Kantone, die Leistungserbringer und ja, das BAG und die Bevölkerung.». Sie hoffe, dass es nicht jedes Jahr noch einmal fünf Prozent Prämien-Erhöhung gebe.
Die Bundesrätin verspricht: «Nächstes Jahr wird es anders aussehen, wegen EFAS.» Mit EFAS – der vom Stimmvolk angenommenen «Einheitlichen Finanzierung ambulant und stationär» – sollen Fehlanreize minimiert werden.









