Tobias Infortuna (SVP): «Jährlich 83 Millionen Franken ohne Wirkung»

Die Änderung des Lehrpersonalgesetzes bringt den Schulen zu wenig, kritisiert der Zürcher SVP-Kantonsrat Tobias Infortuna. Ein Gastbeitrag.

Bei bildungspolitischen Entscheiden sollte für mich als Kantonsrat eine Frage im Zentrum stehen: Was verbessert sich dadurch für die Schülerinnen und Schüler?
Bei der Änderung des Lehrpersonalgesetzes fällt die Antwort ernüchternd aus. Die Vorlage bringt keine zusätzliche Unterstützung ins Klassenzimmer.
Sie reduziert den administrativen Aufwand nicht und verschafft den Lehrerinnen und Lehrern auch nicht mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder. Trotzdem sollen Kanton und Gemeinden dafür jedes Jahr rund 83 Millionen Franken zusätzlich ausgeben.

Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten täglich viel. Sie unterrichten Klassen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, führen anspruchsvolle Elterngespräche und bewältigen zahlreiche organisatorische Aufgaben.
Diese Arbeit verdient Anerkennung. Doch Anerkennung darf sich nicht darin erschöpfen, pauschal mehr Lohn zu bezahlen und ansonsten alles beim Alten zu lassen.
Besonders problematisch ist, dass die zusätzlichen Mittel nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden. Es wird kaum berücksichtigt, wer besonders belastet ist, zusätzliche Verantwortung übernimmt oder unter schwierigen Bedingungen arbeitet.
Eine überzeugende Personalpolitik müsste gezielter vorgehen. Mit 83 Millionen Franken pro Jahr könnten wir konkrete Verbesserungen ermöglichen.
Denkbar wären weniger Bürokratie, gezielte Unterstützung in anspruchsvollen Klassen oder Massnahmen, die den Lehrerinnen und Lehrern tatsächlich mehr Zeit für den Unterricht geben. Die vorliegende Änderung tut nichts davon.
Gute Bildungspolitik bemisst sich nicht daran, wie viel Geld sie verteilt, sondern daran, was sie im Schulzimmer bewirkt. Diese Vorlage bleibt den entscheidenden Nachweis schuldig.
Deshalb sage ich am 27. September Nein.
Zum Autor
Tobias Infortuna (*1973) ist Zürcher SVP-Kantonsrat.






