Thierry Lustenberger (SP): Ja zur Klimafonds-Initiative

Thierry Lustenberger
Thierry Lustenberger

Schlieren,

Am 8. März stimmt die Schweiz über die Klimafonds-Initiative ab. Im Gastbeitrag wirbt Thierry Lustenberger, SP-Fraktionspräsident Schlieren, für ein Ja.

Lustenberger SP Schlieren
Thierry Lustenberger, Fraktionspräsident SP Schlieren. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Bevölkerung über die Klimafonds-Initiative ab.
  • Der Schlieremer SP-Fraktionspräsident Thierry Lustenberger stimmt mit Ja.
  • Es gehe um Versorgungssicherheit und eine von Erdölstaaten unabängige Schweiz.

Anfang Jahr verbrachte ich einige Tage in den Bergen. In der Ferne war immer wieder mal die Grande Dixence zu sehen.

Die imposante Staumauer ist mit 285 m das höchste Bauwerk der Schweiz und liefert Strom für etwa 500'000 Haushalte. Ihr Bau dauerte fast 15 Jahre und wurde 1965 abgeschlossen.

Investitionen, die sich gelohnt haben

Die Grande Dixence steht exemplarisch für eine Zeit, in der die Schweiz massiv in die Stromversorgung investiert hat. In den Jahren um 1960 wurden jährlich etwa 4 Prozent des Schweizer BIP für die Stromerzeugung und -verteilung aufgewendet.

Grand Dixence Staumauer
Die Grande Dixence auf 2364 Metern Höhe gilt als Königin der Schweizer Staumauern. - zVg/Visite Grand Dixence

Eine Pionierleistung unserer Grosseltern, die sich heute auszahlt: Wenn Strom günstig zu haben ist, kauft ihn die Schweiz bei ihren Nachbarländern ein, um damit die Stauseen wie jener der Grande Dixence zu füllen.

Ist der Strompreis hoch, kann die Schweiz ihren eigenen Strom produzieren und Überschüsse ins Ausland verkaufen. Die Investitionen in die Strominfrastruktur haben die Schweiz unabhängiger gemacht und zahlen sich wirtschaftlich aus.

Nichts tun wird teuer

Heute stehen wir vor einer grossen Herausforderung. Aufgrund der zunehmenden Importe von Erdöl und Erdgas sind wir abhängig geworden von Ländern, die autokratisch regiert werden.

Diese Abhängigkeit macht die Schweizer Wirtschaft anfällig für Energiekrisen, wie wir das zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine erlebt haben.

Dazu kommt, dass wir mit fossilen Brenn- und Treibstoffen die Klimakrise weiter antreiben. Mit fatalen finanziellen Folgen: Bereits heute fallen Kosten von fast einer Milliarde Franken Schäden pro Jahr an – durch Schlammlawinen, Hitzeperioden oder Unwetter.

Switzerland Landslide
Schlammlawinen – hier die Unglücksstelle Blatten im 2025 –, Hitzeperioden oder Unwetter kommen teuer. (Archivbild) - Keystone

Unternehmen wir nichts, ist bis 2060 mit Kosten von bis zu 34 Milliarden Franken pro Jahr zu rechnen. Das würde vor allem die Gemeinden und Kantone teuer zu stehen kommen.

Sozial gerecht investieren

Deshalb braucht es heute Investitionen in eine unabhängige und klimafreundliche Energieinfrastruktur.

Und hier setzt die Klimafonds-Initiative an: Sie verlangt, dass der Bund jährlich 0,5 bis 1 Prozent des BIP in einen Fonds einzahlt, mit dem eine ökologische und fossilfreie Energieinfrastruktur gefördert wird.

Das ist deutlich weniger, als die Schweiz in den 1960ern in die Strominfrastruktur investiert hat. Und weil der Klimafonds ohne neue Steuern und Abgaben gespeist wird, handelt es sich dabei auch um eine sozialpolitisch enorm gerechte Finanzierung dieses Umbaus.

Ja für eine stabile Zukunft für unsere Kinder

Wir verdanken unseren Grosseltern, dass wir eine hervorragende Stromversorgung im Land haben. Sie haben für uns gesorgt, und nun ist es Zeit, dass wir für die nachfolgenden Generationen sorgen. Es liegt an uns.

Wie stimmst du am 8. März 2026 über die Klimafonds-Initiative ab?

Deshalb stimme ich Ja zur Klimafonds-Initiative: Ja zu einer von Erdölstaaten unabhängigen Schweiz, Ja zu Versorgungssicherheit und Ja zu einer stabilen Zukunft für unsere Kinder und Enkel.

Zum Autor

Thierry Lustenberger ist Fraktionspräsident der SP Schlieren und Mitglied des Schlierener Gemeindeparlaments.

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