Stadt Zürich

Stadtzürcher SP stürzt im Gemeinderat mit Flughafen-Vorstoss ab

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Flughafen Zürich kann die Mitarbeiter-Parkplätze wie geplant verteuern. Die Stadtzürcher SP hat am Mittwoch im Gemeinderat erfolglos versucht, eine Preiserhöhung zu verhindern. Die meisten anderen Fraktionen bezeichneten den Vorstoss als «absurd».

Die SP wollte verhindern, dass die Mitarbeiter-Parkplätze am Flughafen teurer werden. Eine Mehrheit des Parlaments kritisierte den Vorstoss. Betroffen seien ja nur Angestellte mit Bür...
Die SP wollte verhindern, dass die Mitarbeiter-Parkplätze am Flughafen teurer werden. Eine Mehrheit des Parlaments kritisierte den Vorstoss. Betroffen seien ja nur Angestellte mit Bür... - Keystone/GAETAN BALLY

Für SP-Gemeinderat Micha Amstad ist der Fall klar: Die Preiserhöhungen am Flughafen sind für ihn eine «inakzeptable Verschlechterung» der Arbeitsbedingungen. Die Arbeit am Flughafen sei körperlich und psychisch anspruchsvoll und erfolge häufig im Schichtbetrieb. Deshalb seien viele aufs Auto angewiesen, so Amstad, der bei der Gewerkschaft VPOD arbeitet.

Er wirft dem Flughafen vor, dass dieser seinen Gewinn auf dem Buckel der Angestellten maximieren wolle. Die Stadt müsse deshalb ihren Einfluss als 5-Prozent-Aktionärin geltend machen und den Flughafen von seinen Plänen abbringen.

Ausser der AL fand die SP an diesem Mittwoch jedoch keine Mitstreiter – denn offenbar hatte die SP die Ankündigung des Flughafens nicht gut gelesen oder die Fakten bewusst ignoriert: Schichtangestellte sind von den Preiserhöhungen gar nicht betroffen. Teurer wird es nur für Angestellte mit normalen Bürozeiten – und diese können mit dem ÖV zur Arbeit.

Das Parlament lehnte das dringliche Postulat der SP schliesslich mit 71 zu 42 Stimmen ab. Das Postulat sei ein Witz, sagte Andreas Egli (FDP). «Was haben die bei der SP geraucht?» Auch die Grünen fragten sich, ob es bei der SP intern keine Kontrollmechanismen gebe. «Der Vorstoss zielt komplett ins Leere», sagte Markus Knauss.

Die SVP wiederum konnte kaum glauben, dass sich die SP plötzlich für Parkplätze einsetzte. «Der Vorstoss ist absurd, widersprüchlich und scheinheilig», sagte Stephan Iten. Für die städtische Bevölkerung verlange die SP ja immer, dass Parkplätze teuer seien.

Und weil Schichtarbeitende ja gar nicht betroffen seien, sei es auch falsch, dass die Angestellten am Flughafen toben würden, wie die SP immer erzähle. «Die einzigen, die toben, sind die, welche mit dem ÖV anreisen können und bald mehr zahlen müssen.»

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