Stadtzürcher Fraktionen verurteilen Angriff auf SVP-Kandidaten

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Stadtzürcher Fraktionen der SP, FDP, Grüne, GLP, SVP und Mitte/EVP den Angriff auf einen Gemeinderatskandidaten der SVP verurteilt. Sie appellierten daran, den Wahlkampf mit Argumenten und gegenseitigem Respekt zu führen.

Die Fraktionen stellten in der am Mittwoch verschickten Erklärung «eine bedenkliche Zunahme an Vandalismus und weiteren antidemokratischen Übergriffen» vor den Stadt- und Gemeinderatswahlen vom 8. März fest. Besonders auffällig seien die zahlreichen heruntergerissenen oder versprayten Wahlplakate, sowohl von bürgerlichen wie auch von linken Parteien.
Dass es nicht nur bei Vandalismus und im Internet ausgesprochenen Drohungen bleibe, habe sich am Wochenende gezeigt: Die Stadtzürcher SVP machte am Dienstag einen Angriff auf einen namentlich nicht genannten Gemeinderatskandidaten öffentlich, der sich am Samstagabend ereignet habe.
Die SP und der Stadtrat hatten den Vorfall bereits am Dienstagnachmittag verurteilt. Nun folgte die Erklärung, die sechs von sieben Stadtzürcher Fraktionen unterschrieben. Die Alternative Liste (AL) gehört als einzige Fraktion nicht zu den Unterzeichnenden.
David Garcia Nuñez von der AL begründete dies am Mittwochabend im Gemeinderat damit, dass er selbst Opfer von Cyberstalking geworden sei und die Kantonspolizei habe einschalten müssen. «Die Solidaritätsbekundungen sind jedoch nicht reziprok», sagte er. Auch wenn die AL ebenfalls die Vorkommnisse der letzten Wochen verurteile.
Wie die SVP am Dienstag mitteilte, wurde ihr Gemeinderatskandidat am Albisriederplatz von einer Gruppe Jugendlicher erkannt, angepöbelt und mit Gegenständen beworfen. Zudem habe er eine Ohrfeige erhalten, bevor er in ein Taxi gestiegen sei, um den Ort zu verlassen. Die Stadtpolizei Zürich bestätigte am Dienstag den Eingang einer Anzeige.





