Stadtzürcher FDP blitzt mit Kino-Corso-Beschwerde ab

Die Stadtzürcher FDP hat nicht verhindern können, dass das Kino Corso beim Bellevue geschlossen und zu einem «Eventhaus» umgenutzt wird. Sie ist vor Bezirksrat abgeblitzt, akzeptiert aber den Entscheid. Sie will nun auf dem politischen Weg weiterkämpfen.

Als die Stadt Zürich Ende Januar bekannt gab, dass das historische Gebäude am Bellevue saniert werden muss und in den Kinosälen dabei ein «Eventhaus» entstehen soll, sprach die FDP von einem «dramatischen Eingriff».
Die FDP-Gemeinderatsmitglieder Yasmine Bourgeois und Flurin Capaul wollten das Ende des Kinos verhindern und reichten deshalb einen Stimmrechtsrekurs gegen die Schliessung ein – blitzten damit nun aber ab. Der Bezirksrat kam zum Schluss, dass der Stadtrat die Umnutzung in eigener Kompetenz beschliessen durfte.
Er sah keine wesentliche Nutzungsänderung, sollte ein «Eventhaus» die Kinosäle ablösen. Das Haus wurde ursprünglich als Theater eröffnet und war 47 Jahre lang Unterhaltungsstätte. 1947 wurde das Corso-Theater in ein Kino umgebaut. Kurze Zeit später kaufte die Stadt Zürich erst den Theatertrakt und später den Vorderbau.
Die beiden FDP-Rekurrenten akzeptieren den Entscheid, wie sie am Montag mitteilten. Sie zeigten sich aber erstaunt über die «stadtratsfreundliche Auslegung».
Sie appellieren nun an den neu gewählten Stadtrat und das künftige Stadtpräsidium, die Schliessung des Kinos und damit einen «historischen Fehler» zu vermeiden. Auch die Kostenentwicklung kritisiert die FDP. 2017 sollten die Baukosten für die Sanierung noch 21 Millionen Franken kosten, nun sei von 100 Millionen die Rede.
Im Kampf gegen die Schliessung des Corso steht die FDP nicht alleine da. Im Stadtparlament sind mehrere Vorstösse hängig. Nicht nur die Bürgerlichen, auch linke Parteien haben Fragen zum «Eventhaus». AL und Grüne stören sich daran, dass die Stadt mit der Schliessung das Kinosterben befeuere und erinnern an die lange Geschichte des Kinos.
Die SVP wiederum wünscht sich ein angepasstes Bauprojekt, das den Erhalt des Kinos sichern würde. Die Mitte schliesslich will das Kino als «Herzstück des Film Festivals» erhalten.
Die FDP selber reichte zudem eine Motion ein, die eine Nutzung des Corso-Saals durch das Schauspielhaus verhindern will. Sie befürchtet, dass während der Renovierung des Pfauensaals der Corso-Saal als Ausweichort dienen soll.




