Neuer Stadtpräsi traf auf Rösti – darum ging's

Sandro Portmann
Sandro Portmann

Winterthur Stadt,

Wie Stefan Fritschi als Stadtpräsident gestartet ist und welche Pläne Michael Künzle jetzt hat.

Symbolische Schlüsselübergabe im Superblock von Michael Künzle (links) an Stefan Fritschi.
Symbolische Schlüsselübergabe im Superblock von Michael Künzle (links) an Stefan Fritschi. - zVg

Der Präsidentenwechsel war das politische Thema der letzten Wochen. Der langjährige Stadtpräsident Michael Künzle gab das Amt an Stefan Fritschi weiter. Seit Montag, 1. Juli, ist der FDP-Politiker offiziell der Stadtpräsident.

Wie ist er im Amt angekommen? «Ziemlich gut. Ich wurde herzlich willkommen geheissen», sagt Fritschi im Gespräch. Nach dem Departement Schule und Sport (2010–2017) und dem Departement Technische Betriebe (2017–2026) ist es sein zweiter Departementswechsel.

«Es ist immer auch ein Sprung aus meiner Komfortzone», so Fritschi. Im Departement Präsidiales trifft er auch auf ein neues Team. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe, aber der Abschied ist nicht einfach», so Fritschi.

Stefan Fritschi
Stefan Fritschi (FDP) ist neuer Winterthurer Stadtpräsident. - keystone

Noch ist der Umzug ins neue Büro nicht ganz abgeschlossen. «Ich lebe noch aus Bananenkisten», sagt Fritschi. Nichtsdestotrotz war in den ersten Tagen ein staatsmännischer Auftritt des Stadtpräsidenten gefragt.

Beim Spatenstich zum Projekt Mehrspur Zürich–Winterthur der SBB traf Fritschi auf Bundesrat Albert Rösti. Im Gespräch mit dem Bundesrat habe er auf die Bedeutung der Winterthurer Infrastrukturprojekte hingewiesen.

albert rösti
Bundesrat Albert Rösti. - keystone

Keine grosse Reise

Am Dienstag, 30. Juni, hat Michael Künzle symbolisch den Schlüssel an Stefan Fritschi überreicht. Künzle, der 14 Jahre lang das Amt des Stadtpräsidenten bekleidete, zieht sich nach über 21 Jahren aus dem Stadtratsalltag zurück.

Wie ist das, nach so langer Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen? «Es ist ein seltsames Gefühl. Zurzeit fühlt es sich an, als ob ich Ferien machen würde», sagt Künzle auf Anfrage. Er habe seiner Frau vorgeschlagen, so richtig lange Ferien zu machen.

«Sie aber wies mich darauf hin, dass ich ein neues Programm habe, sie aber immer noch dasselbe und das wolle sie jetzt nicht ändern. Also wird die grosse Reise erst später stattfinden. So machen wir wie immer normale Sommerferien», sagt Künzle.

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Aktuell gebe es noch ein paar halbprivate Termine. So wurde Künzle noch aus dem Gemeindepräsidienverband des Kantons Zürich verabschiedet und dann fand noch ein grosses Familientreffen im Schloss Hegi statt, das er organisierte.

Mehr Familie und Sport

Langweilig wird es dem ehemaligen Stadtvater aber auch im neuen Leben nicht. Für den 61-Jährigen ist klar, dass er sich noch nicht in den Ruhestand begeben will. Verschiedene kleinere Mandate wolle er weiterführen, ebenfalls den Posten als Stiftungsrat der Schmidhauser Stiftung.

Zudem wurde er in den Vorstand von Viwo gewählt, die Wohnungen für Asylanten vermitteln. Ausserdem sei er neu im Leitungsgremium der Mitte Kanton Zürich. «Gerne will ich aber noch eine Tätigkeit mehr ausüben, die einen Lohn einbringt, da bin ich in Gesprächen», so Künzle.

Ein fixer Punkt im neuen Leben ist auch die Familie. «Ich will mehr Zeit verbringen mit meinen drei Enkeln, mehr Saxofon spielen, mehr im Garten arbeiten und mich mehr bewegen. Ich habe deshalb einen Sportpass geschenkt erhalten», so Mike.

So ganz ohne Politik geht es dann aber auch nicht. Er werde die Stadt und die Behörden aus der zweiten Reihe weiter beobachten.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

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