Kochen, Nähen, Blumen binden: Zürich suchte die «ideale Frau»

Im Juni 1969 wurde in Zürich die «ideale Frau» gesucht. Anders als bei einem klassischen Schönheitswettbewerb ging es hier eher um hausfrauliche Qualitäten.

Die Teilnehmerin im Bild war am 20. Juni 1969 bei der Vorausscheidung für die «ideale Frau» in Zürich dabei. Die Aufgaben, die sie bewältigten musste, zeigen, wie sehr das damalige Frauenbild noch von der Hausfrauen- und Mutterrolle geprägt war.
Die Teilnehmerinnen mussten etwa in einer Dreiviertelstunde ein Puppenkleidchen nähen und in einer halben Stunde ein «Züri Gschnätzlets» auf den Tisch zaubern. Eine weitere Disziplin war das Zusammenstellen eines Blumenarrangements.
Natürlich sollte die «ideale Frau» auch noch intelligent und informiert sein. Beim Wissentest mussten die Teilnehmerinnen Fehler in einem Text über die Sowjetunion erkennen. Vorgelesen wurde der Zeitungsartikel – natürlich – von einem Mann.
Aus heutiger Sicht wirkt der Wettbewerb mehr als antiquiert. Dies zeigt, wie weit sich die Gesellschaft seither entwickelt hat. Sehr viele Frauen, und auch Männer, sehen echte Gleichstellung aber noch nicht erreicht. Immer am 14. Juni nehmen deshalb Tausende an der traditionellen Frauendemo teil.
Das Datum geht auf den historischen, ersten landesweiten Frauenstreik am 14. Juni 1991 zurück. Damals gingen etwa eine halbe Million Frauen auf die Strasse, um Gleichberechtigung und vor allem gleichen Lohn zu fordern. Am Sonntag findet die Demonstration einmal mehr in vielen Schweizer Städten statt, so auch in Zürich. Organisiert wird der Anlass von linken Organisationen.






