Stadt Zürich

Geplante Südstarts am Flughafen Zürich stossen auf breite Kritik

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

In rund einer Woche endet die öffentliche Auflage des neuen Betriebsreglements für den Flughafen Zürich. Die darin vorgesehenen Starts in Richtung Süden haben in den vergangenen Wochen für teils heftige Kritik gesorgt. Im deutschen Grenzgebiet wiederum sorgt ein anderer Punkt für Ärger.

Änderungen am Betriebsreglement sollen künftig am Flughafen Zürich auch Südstarts geradeaus ermöglichen. Die betroffenen Gemeinden wehren sich dagegen. (Symbolbild)
Änderungen am Betriebsreglement sollen künftig am Flughafen Zürich auch Südstarts geradeaus ermöglichen. Die betroffenen Gemeinden wehren sich dagegen. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Zu den Mitte Januar vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) öffentlich aufgelegten Änderungen am Betriebsreglement des Flughafens Zürich haben bereits zahlreiche Organisationen und Gemeinden Stellung genommen.

Neben etlichen weiteren Änderungen sieht das neue Betriebsreglement auch Starts von der Piste 16 in Richtung Süden vor. Diese sind Teil des Bisenkonzepts, das zur Anwendung kommt, wenn ungünstige Wetterlagen das üblicherweise tagsüber geltende Nordanflugkonzept unmöglich machen.

Das Nordanflugkonzept sieht bereits heute Starts auf Piste 16 in Richtung Süden vor. Dabei drehen die Flugzeuge nach dem Abheben jedoch relativ rasch nach links, also in Richtung Osten, ab. Im neuen Bisenkonzept hingegen sind Südstarts geradeaus vorgesehen. Dabei werden teils auch dicht besiedelte Gebiete überflogen.

Fliegst du regelmässig?

Wie erwartet ist das Echo aus den betroffenen Gebieten negativ ausgefallen. Besonders viele Einwohner wären voraussichtlich in Dübendorf betroffen. Südstarts geradeaus würden der Bevölkerung eine «massive Mehrbelastung» bringen, teilte der Dübendorfer Stadtrat am Dienstag mit. Man werde deshalb Einsprache erheben und rufe die Bevölkerung dazu auf, es einem gleichzutun.

Bereits am Tag der Publikation des neuen Betriebsreglements sprach das Fluglärmforum Süd von einem «Worst-Case-Szenario». Mittlerweile hat die Organisation Einspruch eingelegt, wie sie am Montag mitteilte. Auch verschiedene Gemeinden am rechten Zürichseeufer, die mit zusätzlichem Fluglärm rechnen müssen, wollen sich wehren.

Die Änderungen des Betriebsreglements sorgen jedoch nicht nur am Zürichsee, sondern sogar bis zum Bodensee für Unmut: Die Landräte der drei deutschen Landkreise Konstanz, Waldshut und Schwarzwald-Baar, die an der Grenze zur Schweiz liegen, haben vor einigen Tagen Widerstand angekündigt. Sie stören sich nicht an den Südstarts, sondern an den geplanten Änderungen am Ostkonzept, von denen ihre Gebiete betroffen wären.

Sie fordern, dass durch die Änderungen am Betriebsreglement keine zusätzliche Belastung der deutschen Bevölkerung im Grenzgebiet durch Fluglärm entsteht. Für die Umsetzung des Ostkonzepts ist das Einverständnis Deutschlands erforderlich.

Laut Flughafen dienen etliche der vorgeschlagenen Änderungen am Betriebskonzept der Reduktion von Kreuzungspunkten in der Luft. Dadurch soll der Flugbetrieb weniger komplex werden. Dies dient nicht nur der Sicherheit, sondern sorgt auch für mehr Pünktlichkeit und damit in den Abendstunden für weniger verspätete Flugbewegungen.

Das Bazl machte auf Anfrage von Keystone-SDA noch keine Angaben zur Zahl der bereits eingegangenen Stellungnahmen zu den Änderungen am Betriebsreglement. Die Auflage dauert bis zum 17. Februar, die Kantone können sich bis April zur Sache äussern. Laut Bazl wird das gesamte Verfahren noch einige Zeit in Anspruch nehmen und voraussichtlich erst 2027 abgeschlossen sein.

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