Greta Thunberg in Zürich: Saal fast leer – war es Sabotage?

Greta Thunberg trat am Mittwoch am Zurich Film Festival auf. Der Saal war fast leer, obwohl der Anlass ausverkauft war. Die Klimaaktivistin vermutet Sabotage.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Podium mit Greta Thunberg in Zürich war ausverkauft, doch der Saal war fast leer.
- Die Schwedin macht Marokko dafür verantwortlich, das ZFF bestätigt Grossbuchungen.
- Anlass war die Doku «My Home of Wind and Sand» über die Sahrawi in der Westsahara.
Ein Podium mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg in Zürich ist offenbar sabotiert worden. Das Panel am Mittwoch zum Westsahara-Konflikt war ausverkauft, statt 300 Zuschauer kamen aber nur etwa 40. Thunberg machte Marokko dafür verantwortlich.
Die Nachfrage nach Tickets sei sehr gross gewesen, dennoch seien viele reservierte Plätze nicht genutzt worden. Das teilte eine Mediensprecherin des veranstaltenden Zurich Film Festival gegenüber Keystone-SDA mit. Sie bestätigte damit einen Artikel des «Tages-Anzeigers».
Offenbar war es auch zu sehr grossen Bestellungen gekommen. «Wir haben die Anzahl Tickets nachträglich auf maximal vier pro Personen begrenzt. Bei einzelnen Reservationen wurde eine grössere Anzahl Tickets gebucht», schreibt die Mediensprecherin.
Ob es sich um eine gezielte Aktion handelte, könne sie nicht beurteilen oder kommentieren. Der Eintritt war gratis, Interessierte mussten aber ein Ticket buchen.
Greta Thunberg macht Marokko verantwortlich
Die Moderatorin sprach gegenüber Festivalvertretern von einer «grossorchestrierten Aktion». Vor Publikum sagte sie, man könne nur spekulieren, wer die Tickets im grossen Stil aufgekauft habe.
Laut dem «Tages-Anzeiger» hatte Greta Thunberg auf dem Podium aber eine klare Meinung zum schwachen Zuschaueraufkommen. Sie machte demnach Marokko als Verantwortlichen aus. Die leeren Ränge seien eine Bestätigung dafür, dass der Kampf der Sahrawi mundtot gemacht werden soll.
Marokko beansprucht die Westsahara seit Mitte der 70er-Jahre. Das Land kontrolliert die Region grösstenteils und pocht auf seine territoriale Souveränität. Inzwischen investiert es dort auch massiv in Wind- und Solaranlagen. Auf diese Ressourcen können die Sahrawi nicht zurückgreifen.
Greta Thunberg wegen Doku in Zürich
Hintergrund des Besuches von Greta Thunberg ist der Dokumentarfilm «My Home of Wind and Sand». In der Doku wird die Protagonistin Najla Mohamed Lamin über zehn Jahre lang begleitet.
Sie wurde in einem Flüchtlingslager in Algerien geboren und lebt immer noch dort. Mohamed Lamin sieht sich als Stimme ihres Volkes, die sich etwa bei der Uno in Genf für dieses stark macht.

Die Weltpremiere des Films fand am Dienstag in einem vollen Kinosaal statt. Thunberg war anwesend, stand aber nicht im Mittelpunkt des Abends. Sie setzt sich für die Sache der Sahrawis ein. Dabei hob sie die Zusammenhänge zwischen deren Kampf und der globalen Klimakrise sowie der sozialen Gerechtigkeit hervor.






