Stadt Zürich

«Zu alt»: Moderatorin Fabienne Wernly (37) kassiert Job-Absage

Luca Micheli
Luca Micheli

Zürich,

Nach acht Jahren verliert Fabienne Wernly ihr Engagement als Gastgeberin eines Events – aufgrund ihres Alters. Die Job-Absage nimmt die Zürcherin mit Humor.

Fabienne Wernly
Moderatorin Fabienne Wernly steht nicht nur vor dem Mikrofon – sondern auch auf der Bühne. - Facebook / Fabienne Wernly

Das Wichtigste in Kürze

  • Radiomoderatorin Fabienne Wernly berichtet von einer überraschenden Job-Absage.
  • Bei einem Event wird sie dieses Jahr nicht mehr als Gastgeberin eingesetzt – aufgrund ihres Alters.
  • «Natürlich kratzt das im ersten Moment am Ego», gesteht die 37-Jährige gegenüber Nau.ch.

Fabienne Wernly traute ihren Augen kaum, als sie ihr Postfach öffnete. In einer Mail wurde der Radiofrau mitgeteilt, dass man sich für eine andere Moderatorin entschieden habe. Die Zürcherin sollte erneut durch einen Event führen, für den sie seit acht Jahren auf der Bühne steht.

Doch in diesem Jahr bleibt ihr Engagement überraschend aus. In einem Beitrag auf Instagram veröffentlicht Wernly die entsprechende Stelle der Textnachricht, wo sie über die Absage informiert wird. «Grund dafür ist, dass wir uns eine junge Person gewünscht haben», heisst es dort.

Laut Veranstalter hat die Moderatorin mit ihren 37 Jahren angeblich ein Alter überschritten, um als Gastgeberin des Events infrage zu kommen. Eine Begründung, die Wernly verdutzt zurücklässt. «Ich musste die E-Mail zweimal lesen», gesteht sie im Gespräch mit Nau.ch.

«Natürlich kratzt das am Ego»

Wernly spricht von einer jahrelangen erfolgreichen Zusammenarbeit, mit ihrer Moderation sei man stets «sehr zufrieden» gewesen.

Umso mehr habe sie die plötzliche Absage überrascht. «Ich habe einen Moment gedacht: Wow, wann genau ist es eigentlich von ‹zu jung› zu ‹zu alt› geworden? Gefühlt habe ich doch nur kurz geblinzelt.» Doch Wernly nimmt es mit Humor, wie sie klarstellt.

Fabienne Wernly
Fabienne Wernly zeigt sich überrascht, sieht die Job-Absage jedoch gelassen. Um welchen Event es sich handelt, möchte sie nicht verraten. - Facebook / Fabienne Wernly

Auf eine Diskussion um die Begründung verzichtete die 37-Jährige deshalb auch. In der Mail habe sie sich für die langjährige Zusammenarbeit bedankt und den Entscheid respektiert. Auch wenn sie sich an der Formulierung der Verantwortlichen etwas gestossen habe, meint Wernly.

Hast du auch schon mal einen Job verloren?

Die wenig erfreuliche Nachricht beschäftigte die Zürcherin zunächst: «Natürlich kratzt das im ersten Moment am Ego. Vor allem, weil ich mein Alter nie als Nachteil wahrgenommen habe.» Vielmehr empfinde sie die Erfahrung, die sie in den letzten Jahren sammeln durfte, als Stärke.

Nächster Job folgt bald

Die Absage für die Eventmoderation bezeichnet sie als «Reality-Check», wie sie weiter erklärt. «Irgendwann merkt man, dass man nicht mehr automatisch die Jüngste im Raum ist.» Laut der 37-Jährigen gehört eine solche Erfahrung zum Älterwerden dazu.

Fabienne Wernly
Nach einer kurzen Unterbrechung ist Fabienne Wernly seit Januar 2025 wieder für Energy Zürich im Einsatz. - Facebook / Fabienne Wernly

Einem grösseren Publikum wurde Fabienne Wernly ab 2013 als Moderatorin beim Privatradiosender Energy Zürich bekannt, bei dem sie bis heute moderiert. Zudem steht sie regelmässig für verschiedene Events auf der Bühne.

So führt Wernly auch diesen Sommer im Hallenstadion wieder durch die Abschlussfeier für Absolventinnen der Wirtschaftsschule KV Zürich – «obwohl ich auch dort mittlerweile altersmässig etwas weiter entfernt bin als von den Lehrabgängerinnen», meint sie mit Augenzwinkern.

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