SRF-Leute verlieren Job – und posten es im Netz

Radiomoderator Younes Saggara und Producer Aron Herz fallen den Sparmassnahmen von SRF zum Opfer – und machen ihre Kündigung direkt öffentlich.

Das Wichtigste in Kürze
- SRF streicht bis 2027 38 Vollzeitstellen.
- Radiomoderator Younes Saggara hat die Kündigung letzte Woche öffentlich gemacht.
- Auch die Stelle von Aron Herz, Producer für Comedy-Formate, fällt weg.
Unter dem Transformationsprojekt «Enavant» muss die SRG bis 2029 rund 270 Millionen Franken einsparen. Für SRF wurden vergangene Woche die neuesten Sparmassnahmen konkretisiert. Bis 2027 werden 38 Vollzeitstellen gestrichen – insgesamt sollen knapp zehn Millionen Franken eingespart werden.
Im Rahmen der angekündigten Sparmassnahmen sind auch Anpassungen im publizistischen Angebot notwendig – so unter anderem bei Radio SRF Virus.

Der Radiosender setzt künftig stärker auf digitale Plattformen, das lineare Programm wird stattdessen mit reduzierten redaktionellen Ressourcen weitergeführt. Kurzum: Das Team hinter dem Mikrofon wird verkleinert.
Radiomoderator verliert Job
Einer, dem die Kündigung ins Postfach flatterte, ist Moderator Younes Saggara. Vergangene Woche meldete sich der 25-Jährige mit der traurigen Nachricht bei Instagram: «Im Rahmen der Sparmassnahmen bei SRF wird es meine Stelle bei SRF Virus so nicht mehr geben.»
Saggara gehört seit April 2022 zum Moderationsteam von SRF Virus. Noch bis Ende Dezember bleibt er dem Radiopublikum erhalten, schreibt er weiter. «Das ist natürlich ein komischer Moment, weil Virus in den letzten Jahren ein ziemlich grosser Teil meines Lebens geworden ist.»

Der Berner blickt wehmütig auf seine Zeit beim Sender zurück: «Ich bin unglaublich dankbar für alles, was ich erleben, lernen und mit euch teilen durfte. Für all die Menschen, die die fast fünf Jahre zu dem gemacht haben, was sie waren.»
Saggara will «vielleicht auswandern»
In welchem Pensum Saggara angestellt ist und ob weitere Mitarbeitende des Radiosenders ihren Job verloren haben, will SRF nicht beantworten.
Auf Nachfrage von Nau.ch heisst es: «Zu personellen Angelegenheiten äussert sich SRF aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes grundsätzlich nicht.» Die konkreten Auswirkungen dieser Neuausrichtung würden sich jedoch bereits in der Umsetzung befinden.
Konkrete Zukunftspläne für das kommende Jahr hat der Berner Moderator bisher noch keine. Mit einem Gedanken spielt er allerdings: «Vielleicht auswandern.»
Der Beitrag, den Saggara als Story-Highlight veröffentlicht hatte, wurde mittlerweile wieder entfernt.
Auch Büssis Kumpel wurde gekündigt
Von den Sparmassnahmen betroffen ist auch ein weiteres, bekanntes Gesicht: Aron Herz (45). Der Ostschweizer, bekannt durch den früheren Podcast «Comedymänner» mit Stefan Büsser (41) und Michael Schweizer (47), ist seit Mai 2017 unter anderem für SRF tätig.

Als Producer verantwortet er die Konzeption und inhaltliche Gestaltung bestehender Formate und Moderationen. Sowie die Entwicklung neuer Formate, vorwiegend im Comedy-Bereich.
Den Weg ins Leutschenbach wird er nun allerdings nicht mehr lange antreten. Auch seine Stelle wurde im Rahmen der Sparmassnahmen gestrichen. «Das ist keine schöne Nachricht, aber ich schreibe diesen Post mit einem klaren Blick nach vorne», betont Herz am Mittwoch in einem LinkedIn-Beitrag.
«Schreib mir gerne, lass uns austauschen»
Neben seiner Tätigkeit bei SRF hat sich Aron Herz in den letzten 17 Jahren als «Kreativpartner» ein zweites Standbein aufgebaut. Zunächst als Inputter für «Giacobbo/Müller», später als Texter für «Deville» und «Late Night Switzerland» sowie als Host und Producer des Podcasts «Öppis isch immer».
Durch das Ende seiner Anstellung bei SRF entstehen für den Ostschweizer neue zeitliche Kapazitäten – und damit auch Raum für weitere Aufträge und Projekte. Aron Herz zeigt sich bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen: «Schreib mir gerne, lass uns austauschen.»





