Platz 3 bei Tanzshow: So erlebte Zürcher Joel Mattli «Let’s Dance»

Janik Schmid
Janik Schmid

Regensdorf,

Der Zürcher Joel Mattli hatte bei der RTL-Erfolgsshow «Let's Dance» das Final erreicht. Nun blickt er zurück.

Lets Dance
Joel Mattli erzählt von seiner Zeit bei «Let's Dance». - keystone

Vom Hindernisparcours aufs Tanzparkett: Joel Mattli aus Dällikon, heute in Adlikon wohnhaft, hatte bei der RTL-Erfolgsshow «Let's Dance» das Finale erreicht. Auf dem dritten Platz blickt er auf eine intensive Zeit zurück – und auf eine Zukunft voller Möglichkeiten.

Als Joel Mattli kürzlich im Finale von «Let's Dance» stand, war für den Furttaler bereits klar: Er hatte weit mehr erreicht, als er sich zu Beginn der Staffel zugetraut hatte. Gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin Malika Dzumaev tanzte sich der erfolgreiche Ninja-Warrior-Sportler bis unter die letzten drei Tanzpaare.

Am Ende resultierte Platz drei – ein Ergebnis, mit dem Mattli grundsätzlich zufrieden ist, auch wenn die Enttäuschung unmittelbar nach dem Finale noch spürbar sei.

Dennoch überwiegen für ihn die positiven Erinnerungen. «Ich habe es bis ins Finale geschafft. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meinen Leistungen auf dieser Reise.»

Dass er überhaupt so weit kommen würde, hatte er nicht erwartet. «Nein, ich habe nicht mit dem Finale gerechnet», sagt Mattli. Zu unberechenbar sei die Show gewesen.

Welche Tänze man zugeteilt bekomme, welche Musik ausgewählt werde und wie man an einem bestimmten Abend performe – all das könne entscheidend sein. Hinzukam, dass die Konkurrenz stark war und: «Ich hatte vor Let’s Dance wirklich null Tanzerfahrungen.»

Gehst du gerne tanzen?

Vom Finale blieb bei ihm ein etwas bitterer Nachgeschmack zurück. Die Bewertung des «Final Freestyle» beschäftigt ihn noch immer. Während Mattli und Dzumaev überzeugt waren, ihre Darbietung optimal umgesetzt zu haben, vergab die Jury lediglich dreimal neun Punkte.

«Unsere Selbsteinschätzung hat nicht mit der Bewertung übereingestimmt», sagt er. Sowohl er als auch seine Tanzpartnerin hätten das Gefühl gehabt, dass alles aufgegangen sei, wie sie es geplant hatten.

Positive Resonanz

Die Reaktionen des Publikums hätten dieses Gefühl, dass alles aufgegangen sei, mit viel positiver Resonanz jedoch bestätigt. Viele Zuschauer hätten ihm geschrieben, dass sie die Bewertung nicht nachvollziehen konnten.

Besonders berührt hat ihn die Rückmeldung vieler Fans, man habe sie emotional erreicht. «Viele haben gesagt, wir seien die Gewinner der Herzen», erzählt Mattli nicht ohne Stolz.

Mattli Lets Dance
Joel Mattli: «Ich hatte vor Let’s Dance wirklich null Tanzerfahrungen.» - keystone

Zu den schönsten Erinnerungen zählen für ihn zwei ganz bestimmte Tänze: der Wiener Walzer und der Charleston-Trio-Tanz.

Beide hätten Seiten von ihm gezeigt, die das Publikum bislang kaum kannte. Während der Charleston seine humorvolle Seite zum Vorschein brachte, ermöglichte der Wiener Walzer eine überraschend sinnliche Inszenierung.

«Mit dem Wiener Walzer konnten wir unsere wilde, freche und sexy Seite zeigen und einfach mal einen draufhauen», sagt Mattli und lacht.

Generell liegen ihm vor allem dynamische Tanzstile. Jive und Charleston seien seine Favoriten, weil er dort als Sportler besonders viel Energie einbringen könne. Gleichzeitig habe ihn überrascht, wie viel Freude ihm ruhigere Tänze wie der Slowfox bereiteten.

Anfangs habe er gedacht, das sei überhaupt nichts für ihn. Doch gerade diese Stilrichtung habe ihren «ganz eigenen Charme».

Mehr als nur Tanz

Die Monate in Köln waren für Mattli weit mehr als eine Fernsehsendung. Die Teilnehmenden seien zu einer kleinen Familie zusammen gewachsen. «Nur die konnten wirklich mitfühlen, was man gerade erlebt und durchlebt», sagt er.

Besonders die Verbindung zu Tanzpartnerin Malika Dzumaev bezeichnet er als etwas sehr Spezielles. Die intensive Trainingszeit habe grosses Vertrauen geschaffen. Gleichzeitig seien auch andere Freundschaften entstanden. Mit Mitkandidat Gustav Schäfer habe er sogar bereits gemeinsame Ferien geplant.

Persönlich habe ihn die Show ebenfalls verändert. Als Einzelsportler sei er gewohnt, alleine für Erfolge und Misserfolge verantwortlich zu sein. Bei «Let's Dance» habe er erlebt, wie bereichernd gemeinsames Arbeiten auf ein Ziel hin sein könne.

Zudem habe er gelernt, seinem Körper noch stärker zu vertrauen und dessen Möglichkeiten besser auszuschöpfen.

Eine weitere Erkenntnis betrifft den Umgang mit Emotionen. Während er im Sport normalerweise mit «eiskaltem Fokus» auftrete und Gefühle erst nach dem Wettkampf zeige, habe er bei «Let's Dance» gelernt, Emotionen bewusst zuzulassen. Dass dies beim Publikum so positiv angekommen sei, habe ihn überrascht.

Für die Teilnahme an der Show verzichtete Mattli auf einiges. Nicht nur sagte er «Ninja Warrior» ab, sondern auch eine Teilnahme an den «Beast Games».

Mattli Lets Dance
Nach Monaten im Studio und in Tanzsälen freut sich Mattli nun zunächst auf etwas Normalität. - keystone

Für ihn als Sportler sei das ein enorm schwieriger Entscheid gewesen. Rückblickend bereut er ihn jedoch nicht. Er habe sich bewusst vollständig auf das Tanzprojekt eingelassen und wollte weder seine Tanzpartnerin noch seine Fans enttäuschen.

Zu den schwierigsten Momenten zählt er vor allem die Show an seinem Geburtstag. Damals stand er überraschend im roten Licht und musste um das Weiterkommen «zittern».

«Da hast du den ganzen Tag ein riesiges ‹High›, und plötzlich stehst du im roten Licht, sagst deine möglichen ‹letzten Worte› und verstehst die Welt nicht mehr», sagt er rückblickend und lacht. Dies habe ihn jedoch zusätzlich motiviert, Woche für Woche Vollgas zu geben.

Zeit zum Durchatmen

Nach Monaten im Studio und in Tanzsälen freut sich Mattli nun zunächst auf etwas Normalität. Familie und Freunde stehen auf dem Programm, ebenso Zeit mit seinem Patenkind. «Mal ein guter Götti sein», sagt er schmunzelnd.

Ausserdem möchte er die Sonne und die frische Luft geniessen, die ihm während der langen Zeit in Innenräumen gefehlt haben.

Und wie geht es weiter? Noch ist offen, was er als nächstes «in Angriff» nehmen wird. Da «Ninja Warrior» dieses Jahrerstmals für ihn nicht stattfindet, prüft Mattli verschiedene Optionen. Internationale Wettkämpfe sind ebenso denkbar wie neue Projekte ausserhalb des Sports.

Bist du Fan von «Let's Dance»?

Besonders das Schauspiel interessiert ihn seit längerem. Bereits in den vergangenen Jahren habe er entsprechende Kurse besucht, unter anderem in Los Angeles. Aufträge im Werbebereich oder andere Rollen schliesst er nicht aus.

Bald auf grosser Tour

Fest steht jedoch bereits ein nächster Höhepunkt: Ab November wird er an der grossen «Let's Dance»-Tour teilnehmen. Die Show führt durch ganz Deutschland sowie nach Wien und Zürich.

Besonders auf den Auftritt im Zürcher Hallenstadion freut er sich. Dort habe er als Zuschauer schon viele Konzerte besucht – nun wird er selbst auf dieser Bühne stehen.

Zum Abschluss richtet der Furttaler vor allem Worte des Dankes an seine Unterstützer. Die grosse Anteilnahme – auch aus seiner Heimatregion – habe er deutlich gespürt.

«Das ist nicht selbstverständlich und hat mich riesig gefreut», sagt Mattli. Die Reise bei «Let's Dance» ist zwar zu Ende. Wohin ihn sein Weg als Nächstes führt, ist noch offen.

Sicher scheint nur: Nach seinem überraschenden Tanzmärchen stehen Joel Mattli viele Türen offen.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst im «Furttaler» erschienen.

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