Stadt Zürich

    Zürich: Mit Leinwand zur ersten Staatsbank

    Schweizerisches Nationalmuseum
    Schweizerisches Nationalmuseum

    Zürich,

    Im Landesmuseum Zürich hängt ein Gemälde von 1714 zu St. Gallens Leinwandgewerbe. 1752 entstand dort mit der «Leinwandcassa» eine neue Finanzinstitution.

    Zürich
    Der Platzspitz und das Landesmuseum im Kreis 1 in Zürich (Symbolbild) - Nau.ch / Miriam Danielsson

    Um 1750 wurden in der Eidgenossenschaft erste Staatsbanken gegründet, um ganze Wirtschaftszweige mit Kapital zu versorgen.

    Dieses Gemälde von 1714 zeigt zwölf Männer vor den Toren der turmreichen Stadt St. Gallen. Ausgestattet je mit einem Berufsgerät, aufgereiht nach Körpergrösse, die zugleich die Hierarchie ihrer Berufe manifestiert, repräsentieren sie das Leinwandgewerbe: zuvorderst links, gross, Kaufmann und Faktor, zuhinterst, deutlich kleiner, Fuhrmann und Maultiertreiber.

    In St. Gallen entstand damals eine neue Form einer öffentlichen Finanzinstitution. 1752 gründete die St. Galler Obrigkeit die «Leinwandcassa». Diese versorgte nicht mehr bloss einzelne Schuldner mit Geld, sondern stützte gezielt einen zentralen Wirtschaftszweig.

    Damit wandelte sich auch die Rolle des Bankwesens: Kredit diente zunehmend der Wirtschaftspolitik. Er half, Rohstoffe vorzufinanzieren, Produktionsschritte zu überbrücken und Handel zu ermöglichen. Das Gemälde zeigt somit nicht nur die Menschen hinter dem St. Galler Leinwandhandel.

    Es macht indirekt auch verständlich, warum ausgerechnet hier neue Formen staatlich organisierter Kreditversorgung entstanden.

    Das Gemälde ist in der aktuellen Ausstellung «Bankenland Schweiz» als Leihgabe zu sehen.

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