Zürich: Glättli will die heissesten Schulräume kühlen

Nach 120 Tagen im Amt setzt Stadtrat Balthasar Glättli in Zürich Schwerpunkte – etwa Hitzeschutz an Schulen und einfachere digitale Angebote.

Nach 120 Tagen im Amt als Vorsteher des Schul- und Sportdepartements setzt Stadtrat Balthasar Glättli Schwerpunkte für die kommenden Monate. Im Zentrum stehen Massnahmen gegen Hitze an Schulen, die Weiterentwicklung der digitalen Angebote, der gezielte Einsatz bestehender Bildungsdaten zur Stärkung der Chancengerechtigkeit in der Schule sowie eine optimierte Nutzung der bestehenden Sportinfrastruktur.
Seit Ende Mai 2026 steht Balthasar Glättli dem Schul- und Sportdepartement (SSD) vor. In seinen ersten Monaten besuchte er zahlreiche Schulen und Sportanlagen und führte Gespräche mit Mitarbeitenden und weiteren Akteurinnen und Akteure. «Die ersten 120 Tage habe ich gut zugehört und hingeschaut», erklärt Glättli. «Jetzt geht es darum, konkrete Schritte einzuleiten.»
Hitze-Hotspots: Massnahmen in 20 Prozent der heissesten Schulräume
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Hitze. Gemeinsam mit dem Hochbaudepartement und Immobilien Stadt Zürich sollen besonders belastete Schulräume identifiziert und geeignete Massnahmen umgesetzt werden. Bis Sommer 2027 sollen bei mindestens 20 Prozent der am stärksten hitzebelasteten Räume wirksame Massnahmen umgesetzt werden.
Dazu gehören Beschattung, optimierte Lüftung und Gebäudetechnik sowie, wo sinnvoll, aktive Kühlung. Bei den rund 100 Züri-Modular-Pavillons verfügt bereits rund ein Drittel über Wärmepumpen mit Kühlfunktion; jährlich sind bis zu sieben Nachrüstungen vorgesehen.
Digitale Angebote der Schule vereinfachen
«Digitalisierung muss das Leben einfacher machen – nicht komplizierter», sagt Glättli. Die Plattform «Meine Kinder» wird deshalb schrittweise zum zentralen digitalen Zugang für Dienstleistungen rund um Kinder und Jugendliche ausgebaut. Gleichzeitig wird die Anwendung vereinfacht.
Ab Herbst 2026 sollen Subventionen für den Vorschulbereich, ab Schuljahr 2027/28 auch jene für die Volksschule über die Plattform zugänglich sein. Ab Anfang 2028 sollen Musik-, Sport- und Ferienkurse folgen.
Expedition Bildungsdaten für mehr Chancengerechtigkeit in der Schule
Mit der «Expedition Bildungsdaten Zürich» will das SSD klären, wie bereits vorhandene Daten zu mehr Bildungsqualität und Chancengerechtigkeit in der Schule beitragen können. Datenschutz und Datensicherheit werden von Beginn an berücksichtigt. «Unsere Volksschule soll dazu beitragen, dass Zukunft stärker zählt als Herkunft», sagt Glättli.
Bestehende Sportinfrastruktur besser nutzen und Mädchen im Sport fördern Beim Sport soll die vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden. Für 2027 ist in den Bädern Oberer Letten und Allenmoos ein zweijähriger Pilot mit erweiterten Öffnungszeiten vorgesehen.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden Mädchen und Frauen im Sport. Mehr als 14 Millionen Franken stehen für nachhaltige Legacy-Projekte und strukturelle Verbesserungen zur Verfügung – zur Stärkung von Vereinen, für zusätzliche Angebote für Mädchen und Frauen im Sport sowie für geschlechtsspezifische Verletzungsprävention und den Schutz vor Übergriffen.





