Stadt Zürich

SVP Zürich: «Verdichtung ja, aber quartierverträglich»

SVP Zürich
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Zürich,

Am 14. September 2026 bringt der Stadtrat Zürich seine ursprüngliche Hochhausvorlage als Gegenvorschlag zur Abstimmung. Die SVP Zürich zeigt sich irritiert.

Hochhaus Zürich gemeinnützige Wohnungen
Ein Hochhaus in der Abenddämmerung im Zürcher Kreis 5. (Archivbild) - Keystone

Die SVP ist irritiert, dass der Stadtrat seine ursprüngliche Hochhausvorlage als Gegenvorschlag an die Urne bringt.

Damit untergräbt er die parlamentarische Arbeit und blendet die Probleme der Stadtbevölkerung aus, welche eine zunehmende Verdichtung mit sich bringen.

Fragwürdiges und sachlich nicht angemessenes Vorgehen

Der Entscheid des Stadtrats, seine ursprüngliche, eigene Hochhausvorlage als Gegenvorschlag vors Volk zu bringen, ist zwar gesetzlich zulässig, zeigt vor allem eines: Der links-grüne Stadtrat akzeptiert demokratische Korrekturen nur dann, wenn sie seiner Ideologie entsprechen.

Nachdem der Gemeinderat die ausufernden Hochhauspläne des Stadtrats deutlich redimensioniert hat, übt sich der Hochbauvorsteher nur wenige Tage vor seinem Abgang in Selbstverwirklichung.

Dieses Vorgehen erscheint der SVP höchst fragwürdig und ist sachlich nicht angemessen. Die Exekutive zeigt mit diesem Schritt, dass sie die Arbeit des Gemeinderates missachtet.

Stadtrat ignoriert die Sorgen der Bevölkerung

Die SVP hat von Anfang an davor gewarnt, die Hochhausrichtlinie isoliert und losgelöst von der gesamten BZO-Revision zu behandeln. Genau dieses politische Flickwerk fällt der Stadt nun auf die Füsse.

Statt einer abgestimmten Gesamtplanung herrscht Chaos: erst die Hochhausrichtlinie, danach die grosse Bau- und Zonenordnungsrevision. Das Resultat ist ein planerisches Fiasko mit massiver Rechts- und Investitionsunsicherheit.

Vor allem aber ignoriert der Stadtrat die Sorgen der Bevölkerung. Die Menschen in Zürich erleben bereits heute infolge der starken Zuwanderung in die Stadt: explodierende Mieten bei Neubauten, Verlust von bezahlbarem Wohnraum, überlastete Infrastrukturen, zunehmenden Verkehr, Dichtestress im ÖV und Verlust von Grünflächen und des Charakters der Quartiere.

Trotzdem lautet die Antwort des Stadtrats: noch höher, noch dichter, noch teurer, noch mehr Beton, noch mehr Zuwanderung, noch mehr Vorschriften.

Das Hochhaus von heute ist ein Luxusprodukt

Dabei zeigt selbst eine aktuelle Studie der Zürcher Kantonalbank klar auf: Moderne Hochhäuser schaffen längst nicht mehr primär günstigen Wohnraum.

Heute entstehen vor allem luxuriöse Designerwohnungen für Singles, DINK-Haushalte und Gutverdienende und dies mit grosszügigen Flächen, hohen Quadratmeterpreisen und wenig Nutzen für Familien oder den Mittelstand.

Das Hochhaus von heute ist eben nicht mehr das Lochergut der 1960er-Jahre. Es ist ein Luxusprodukt.

«Büezerquartiere» dürfen nicht zu Spekulationsobjekten werden

Deshalb ist die Behauptung des Stadtrats falsch, Hochhäuser würden automatisch die Wohnungsknappheit lösen.

Realität ist das Gegenteil: Hochhäuser treiben Bodenpreise, fördern Gentrifizierung und verdrängen die angestammte Bevölkerung aus den Quartieren. Besonders stossend ist, dass ausgerechnet Quartiere, wo Personen mit eher tiefen Einkommen wohnen, infolge Verdichtung unter Druck geraten sollen.

Die SVP akzeptiert nicht, dass unsere «Büezerquartiere» zu Spekulationsobjekten für Investoren und Prestigeprojekten linker Stadtplaner werden sollen.

Die vom Gemeinderat beschlossene Vorlage bringt deshalb wichtige Korrekturen: deutliche Reduktion der Hochhausgebiete, Konzentration auf wenige geeignete Entwicklungsachsen,mehr Mitsprache für Quartiere und Parlament, Gestaltungsplanpflicht ab 60 Metern sowie mehr demokratische Kontrolle statt Wildwuchs durch das Baukollegium.

Verdichtunjg ja, aber quartierverträglich

Die SVP steht für eine Entwicklung mit Augenmass: Verdichtung ja, aber quartierverträglich, demokratisch abgestützt und sozial verantwortbar.

Zürich darf nicht zur gesichtslosen Hochhausstadt werden. Es dürfen nicht ganze Quartiere umgepflügt und doppelt so hoch gebaut werden. Die Stadt Zürich und eine funktionierende Gesellschaft leben davon, dass Menschen sich in ihren Quartieren wohlfühlen und engagieren.

Dies muss im Auge behalten werden, damit der Gemeinsinn nicht verloren geht. Dies alles steht auf dem Spiel, wenn Quartiere ihrer Geschichte und ihrer Lebensqualität beraubt werden.

Die Bevölkerung verdient bezahlbaren Wohnraum und eine lebenswerte Stadt, anstelle von Betonfantasien. Verantwortung des Stadtrates ist gefragt, nicht dessen Selbstverwirklichung.

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