PFAS-Gefahr: Grüne Zürich reichen Vorstoss-Paket ein

Die Grünen Zürich wollen die Bevölkerung, Bauernbetriebe und die Umwelt vor PFAS schützen. Dafür haben sie ein Vorstosspaket im Zürcher Kantonsrat eingereicht.

Jede neunte Milchprobe im Kanton Zürich ist stark PFAS-belastet, und das ist erst der Anfang der PFAS-Messungen. Deshalb haben die Grünen im Zürcher Kantonsrat ein PFAS-Vorstosspaket eingereicht.
Sie verlangen darin: bessere Aufklärung der Konsumenten, einen kantonalen PFAS-Reduktionsplan, Entschädigung der betroffenen Landwirtschaftsbetriebe, national festgelegte PFAS-Grenzwerte und eine verursachergerechte Finanzierung der Schäden.
Elf Prozent der Zürcher Bauernbetriebe mit zu hohen PFAS-Werten
PFAS sind inzwischen überall: in Schweizer Gewässern und Böden, in regional produzierten Lebensmitteln, im Körper der Menschen.
Und der Kanton Zürich ist stark betroffen. Elf Prozent der Bauernbetriebe produzieren Milch mit überhöhten PFAS-Werten. Das Problem: «Ewigkeitschemikalien» bauen sich praktisch nicht ab, und sie sind gesundheitsgefährdend.
Sie stehen in Verbindung mit verminderten Immunantworten auf Impfungen, Lebertoxizität, hormonellen Störungen, Entwicklungsbeeinträchtigungen oder erhöhten Cholesterinwerten.
Masterplan zur PFAS-Reduktion
Um Bevölkerung, Bauernbetriebe und Umwelt vor PFAS zu schützen, haben die Grünen ein Vorstosspaket im Kantonsrat eingereicht.
Sie fordern die Regierung dazu auf, angesichts der von PFAS ausgehenden Risiken das Vorsorgeprinzip wahrzunehmen und das Verursacherprinzip umzusetzen. Zudem müssen die Konsumenten sensibilisiert werden, was die Freisetzung von PFAS in die Umwelt als auch die unvermeidbare Einnahme von PFAS betrifft.
Deshalb verlangen die Grünen von der Regierung in einem Postulat, dass sie die Bevölkerung über PFAS-haltige Produkte aufklärt: Diese reichen vom Backpapier über Fast-Food-Verpackungen bis zur imprägnierten Outdoor-Jacke.
In einer Motion fordern die Grünen einen kantonalen PFAS-Masterplan, bei dem es darum geht, die Freisetzung von PFAS in die Umwelt und in den menschlichen Körper zu reduzieren.
Bäuerinnen und Fischer entschädigen
Mit einer weiteren Motion soll die Regierung dazu verpflichtet werden, ein Entschädigungsmodell für PFAS-betroffene Landwirtschaftsbetriebe, für Berufsfischer und für lebensmittelverarbeitende Betriebe zu entwickeln und umzusetzen.
Mit einer Standesinitiative wollen die Grünen den Bund dazu bewegen, PFAS-Höchstwerte festzusetzen und eine verursachergerechte Finanzierung von wirtschaftlichen und ökologischen Schäden durch PFAS einzuführen.



