GC Amicitia Zürich scheitert in St.Gallen an Effizienz

GC Amicitia Zürich verliert auswärts bei St.Otmar mit 28:31. Drei vergebene Siebenmeter und weitere ausgelassene Chancen verhindern ein besseres Resultat.

Wie GC Amicitia Zürich mitteilt, muss sich das Team im wichtigen Auswärtsspiel beim TSV St. Otmar St. Gallen mit 28:31 geschlagen geben. Vor 893 Zuschauenden in der Kreuzbleiche zeigt die junge Mannschaft von Werner Bösch über weite Strecken eine ansprechende Leistung, verpasst es aber, sich für ihren Aufwand zu belohnen. Insbesondere drei vergebene Siebenmeter in Folge und weitere ausgelassene Grosschancen verhindern ein besseres Resultat. Trotz der Niederlage sind die Fortschritte der Zürcher unverkennbar.
GC Amicitia startete konzentriert in die Partie und zeigte von Beginn an, dass man die beiden Punkte aus St. Gallen mitnehmen wollte. Die Zürcher fanden offensiv gute Lösungen, standen phasenweise kompakt in der Defensive und führten nach rund zehn Minuten mit 4:2.
Doch anstatt den Vorsprung weiter auszubauen, liess GC mehrere hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt. Besonders bitter: Zwischen der zwölften und 18. Minute scheiterten die Zürcher gleich dreimal in Folge vom Siebenmeterpunkt am starken St. Galler Torhüter Andreas Björkman Myhr.
Diese vergebenen Chancen ermöglichten es den Gastgebern, das Spiel zu drehen und zunehmend die Kontrolle zu übernehmen. St. Otmar nutzte die Schwächephase der Zürcher, setzte sich zwischenzeitlich auf drei Treffer ab und ging schliesslich mit einer 15:13-Führung in die Pause.
GC bleibt dran – die Entscheidung fällt spät
Auch nach dem Seitenwechsel zeigte die junge Mannschaft von Werner Bösch, dass sie sich nicht abschütteln lassen wollte. GC kämpfte sich zurück und konnte beim 16:16, 17:17 und 18:18 jeweils wieder ausgleichen. In dieser Phase entwickelte sich ein intensives Duell auf Augenhöhe. Beide Mannschaften wussten um die Bedeutung der Partie im Kampf um einen Platz in der Finalrunde.
Doch erneut gelang es GC nicht, die guten Phasen konsequent in einen Vorsprung umzumünzen. Während die Zürcher im Angriff immer wieder gute Möglichkeiten herausspielten, fehlte im Abschluss die letzte Konsequenz. Auf der Gegenseite fand St. Otmar zunehmend Lösungen gegen die Zürcher Defensive.
Insbesondere Marcus Stroustrup bereitete GC in der zweiten Halbzeit Schwierigkeiten. Der St. Galler Rückraumspieler kam mehrfach gegen die Hand zum Abschluss und nutzte die sich bietenden Räume konsequent.
In der 48. Minute konnten sich die Gastgeber beim Stand von 25:21 erstmals auf vier Tore absetzen. GC versuchte nochmals alles, konnte die Partie aber nicht mehr entscheidend drehen. Am Ende setzte sich St. Otmar mit 31:28 durch.
Die Chancen waren da – die Effizienz fehlte
Ein Blick auf den Spielverlauf zeigt, dass für GC Amicitia durchaus mehr möglich gewesen wäre. Die Zürcher erarbeiteten sich über weite Strecken gute Abschlussmöglichkeiten, liessen aber zu viele freie Würfe liegen.
Die drei vergebenen Siebenmeter in der ersten Halbzeit waren dabei besonders schmerzhaft. Hinzu kamen weitere Chancen, die ungenutzt blieben. St. Gallen konnte sich dabei auf einen starken Andreas Björkman Myhr verlassen, der mit insgesamt 15 Paraden massgeblich zum Heimsieg beitrug.
Auf Zürcher Seite war der erst 17-jährige Nico Petrig mit sechs Treffern erneut erfolgreichster Torschütze. Sandro Gantner, Nils Flückiger und Neil Röttges steuerten jeweils vier Tore bei.
Werner Bösch sieht deutliche Fortschritte
Trotz der Niederlage zog GC-Cheftrainer Werner Bösch auch positive Erkenntnisse aus der Partie. Seine Mannschaft zeigte phasenweise sehr gute Angriffe und überzeugte auch defensiv immer wieder mit starken Sequenzen.
Gleichzeitig machte das Spiel deutlich, woran die Zürcher weiterarbeiten müssen. Zu viele ausgelassene Grosschancen verhinderten ein besseres Ergebnis, während defensiv einzelne Situationen nicht konsequent genug gelöst wurden.
Die Entwicklung der jungen Mannschaft ist dennoch deutlich erkennbar. GC spielt sich immer wieder gute Möglichkeiten heraus, zeigt zunehmend Struktur im Angriff und kann auch defensiv über längere Phasen überzeugen. Was aktuell noch fehlt, ist die notwendige Konstanz und Effizienz, um diese Leistungen auch regelmässig in Punkte umzumünzen.
Denn genau darin liegt die entscheidende Frage: Wann gelingt es der jungen Mannschaft, ihre sichtbaren Fortschritte auch gegen vermeintlich stärkere Gegner in zählbare Resultate umzuwandeln? Dass das Potenzial vorhanden ist, hat GC in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen. Nun gilt es, die guten Phasen weiter auszubauen, die Fehlerquote zu reduzieren und sich für den betriebenen Aufwand konsequenter zu belohnen.
Am Mittwoch wartet ein echtes Vier-Punkte-Spiel
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am kommenden Mittwoch, 21. Oktober 2026, um 19.15 Uhr empfängt GC Amicitia Zürich den RTV 1879 Basel in der heimischen Saalsporthalle.
Im engen Rennen um den sechsten Tabellenplatz und die damit verbundene Qualifikation für die Finalrunde kommt dem direkten Duell besondere Bedeutung zu. Für beide Mannschaften geht es um wichtige Punkte – entsprechend darf durchaus von einem Vier-Punkte-Spiel gesprochen werden.
Das erste Aufeinandertreffen in Basel konnten die Zürcher mit 35:29 für sich entscheiden. Ein Resultat, das Selbstvertrauen geben darf, auf dem sich die Mannschaft von Werner Bösch jedoch keinesfalls ausruhen kann.
Gegen die Basler braucht es eine konzentrierte Leistung über 60 Minuten. Eine solide und konsequente Defensive muss die Grundlage bilden, während im Angriff vor allem die technischen Fehler reduziert und die herausgespielten Chancen besser genutzt werden müssen. Die Partie bietet GC die nächste Gelegenheit, den eingeschlagenen Entwicklungsweg mit einem wichtigen Erfolg zu bestätigen.




