Auzelg: Vom Inselquartier zur grünen Gartenstadt

Zürich plant die langfristige Aufwertung des Auzelg-Quartiers. Ein zentraler Schulstandort und neue Parks sollen das Gebiet besser mit der Stadt vernetzen.

Der Stadtrat beschliesst das Entwicklungsleitbild Auzelg, teilt die Stadt Zürich mit. Er legt so neue planerische Ziele für die langfristige Entwicklung des Quartiers fest: Sie reichen von Ideen für einen neuen Schulstandort, verbesserte Grün- und Freiräume bis zur engeren Vernetzung des Quartiers mit der Stadt. Auch soll nachhaltig neuer preisgünstiger Wohnraum geschaffen werden.
Der Stadtrat legt mit dem Entwicklungsleitbild Auzelg eine breit abgestützte Richtschnur für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Quartiers Auzelg vor. Es hält die räumlichen und sozialen Ziele der Stadt Zürich wie auch der städtischen Stiftung Familienwohnungen (SFW) für das Gebiet fest und beschreibt dazu umfangreiche planerische Massnahmen.
Die Grundlage bilden Erkenntnisse aus einem Workshopverfahren, das von 2023 bis 2024 unter Einbezug einer Dialoggruppe mit Quartiervertretungen sowie externen Fachexperten durchgeführt wurde.
Schaffung von neuem Wohnraum
Das Quartier Auzelg ist massgeblich von der Siedlung Auzelg der SFW und der Siedlung Au von Liegenschaften Stadt Zürich geprägt. Zudem ist es heute aufgrund verschiedener Infrastrukturen wie Bahnlinie und Autobahn von der Stadt abgetrennt und bildet eine Art Insel am nordöstlichen Stadtrand.
Obwohl das Quartier vor rund 15 Jahren ans Tramnetz angebunden wurde, hat es sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert. Darüber hinaus ist die soziale Durchmischung im Sinne der städtischen Wohnpolitik nicht gegeben, was insbesondere für den Schulbetrieb eine Herausforderung darstellt.
Die Schaffung von Wohnbaupotenzial für neue Bewohner im Quartier gehört deshalb zu den zentralen Prinzipien des Entwicklungsleitbilds. Einerseits werden im Norden und Süden neue Wohnbaupotenziale ermöglicht.
Nachverdichtung mit sozialverträglicher Entwicklung
Andererseits wird eine sorgfältige Nachverdichtung der bestehenden Siedlungen angestrebt und vorhandene Gartenstadtqualitäten weiterentwickelt, ergänzt und ausgebaut. Langfristig sollen so rund 550 zusätzliche gemeinnützige Wohnungen entstehen.
Vorgesehen ist eine sozialverträgliche Entwicklung, bei der die bestehenden Mieter geschützt werden. Für eine breitere Altersdurchmischung beabsichtigt die SFW eine Kooperation mit der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich. Zudem kommen für Wohnbaupotenziale der Stadt auch Baurechtsabgaben in Frage.
Neue Schule, grüne Freiräume und bessere Vernetzung
Ein weiteres Ziel des Entwicklungsleitbilds Auzelg ist es, die soziokulturellen Angebote im Quartier zu verbessern sowie die öffentliche Freiraumversorgung sicherzustellen. Ein neuer Schulstandort in der Quartiermitte deckt den Schulraumbedarf in Auzelg ab und schafft mit dem Quartierpark einen neuen Schwerpunkt mit vielfältiger Freizeitinfrastruktur.
Neue Wegverbindungen schliessen die angrenzenden Genossenschaftssiedlungen besser ans Quartier an und optimieren den Zugang zu den umliegenden Naherholungsgebieten. Ausserdem werden die Quartierstrasse Opfikonstrasse sowie die Tramhaltestelle Auzelg zu attraktiven Aufenthalts- und Ankunftsorten für das Quartier aufgewertet.
Im Norden und Süden sind parallel zur Entwicklung mit einer hohen baulichen Dichte neue Parks geplant, die einen Zugang zur Glatt ermöglichen.
Sorgfältige bauliche Umsetzung
Der Stadtrat hat die Umgebung der beiden bereits inventarisierten Siedlungen Auzelg und Au zusätzlich ins Inventar aufgenommen und Teilbereiche bezeichnet, die Spielraum für eine sorgfältige Weiterentwicklung bieten sollen.
Diesen separaten Beschluss hat er gleichzeitig mit dem Entwicklungsleitbild Auzelg verabschiedet. Darüber hinaus sind zur Umsetzung des Entwicklungsleitbilds Anpassungen in der Richt- und Nutzungsplanung notwendig, die durch den Stadt- und Gemeinderat festgesetzt werden. Die bauliche Umsetzung ist nach 2033 vorgesehen.



