Stadt strebt Unicef-Label für Kinderfreundlichkeit an

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Für das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» prüft die Stadt Winterthur Strukturen und Angebote und startet nun Befragungen mit Kindern und Jugendlichen.

Stadtbrunnen beim Stadthaus Winterthur.
Stadtbrunnen beim Stadthaus Winterthur. - Nau.ch / Simone Imhof

Wie die Stadt Winterthur mitteilt, möchte sie ihre Kinderfreundlichkeit verbessern und strebt die Zertifizierung mit dem Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» an. Dafür hat die Stadt ihre Dienstleistungen und Strukturen auf Kinderfreundlichkeit sowie die Umsetzung der Kinderrechte überprüft.

Nach den Frühlingsferien folgt nun der nächste Schritt: In einem Partizipationsprozess mit Workshops und Befragungen können Kinder und Jugendliche ihre Anliegen und Sichtweisen einbringen. Winterthur soll eine Stadt für alle sein – auch für die jüngsten. Deshalb hat der Stadtrat aufgrund eines parlamentarischen Vorstosses beschlossen, die Auszeichnung von Unicef als «kinderfreundliche Gemeinde» anzustreben.

Kinderfreundliche Gemeinden kümmern sich um die Bedürfnisse und Anliegen von Kindern und sorgen dafür, dass deren Rechte umgesetzt werden. Kinderrechte zielen darauf ab, Kinder und Jugendliche zu schützen, sie zu fördern und ihnen Mitsprache zu ermöglichen. Das bedeutet, dass sie bei Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen, einbezogen werden.

In einem partizipativen Prozess wird nun die Perspektive der Kinder und Jugendlichen erfasst. Rund zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Winterthur sollen zu ihren Sichtweisen, Bedürfnissen und Anliegen befragt werden. Diese Befragungen finden hauptsächlich in Schulen und Jugendtreffs statt und starten nach den Frühlingsferien. Unterstützt wird die Stadt Winterthur dabei von der Fachhochschule Ost und dem Kinderbüro Basel.

Aktionsplan definiert Ziele und Massnahmen

Nachdem die Kindersicht vorliegt, erarbeitet die Stadt einen Aktionsplan, in dem Ziele sowie konkrete Massnahmen festgelegt werden, um die Umsetzung der Kinderrechte in Winterthur zu verbessern und weiterzuentwickeln. Der Aktionsplan wird voraussichtlich im Frühling 2027 vorliegen.

Nach einer Evaluation des gesamten Zertifizierungsprozesses durch externe Fachpersonen entscheidet die Unicef über die Label-Vergabe. Voraussichtlich im Sommer 2027 wird die Stadt Winterthur dann das Label «kinderfreundliche Gemeinde» tragen.

Die Gesamtkosten für den partizipativen Prozess mit Kindern und Jugendlichen sowie die weiteren Schritte zur Zertifizierung betragen rund 120'000 Franken. 73'000 Franken werden dem Kinder- und Jugendfonds entnommen, weitere 37'000 Franken sprachen Stiftungen und der Kanton Zürich.

Standortbestimmung zeigt Entwicklungsmöglichkeiten

Bereits stattgefunden hat eine Standortbestimmung der städtischen Strukturen und Angebote im Hinblick auf Kinderrechte. Der Standortbericht von Unicef zeigt einerseits, was in Winterthur schon erreicht wurde, andererseits werden Entwicklungsfelder hervorgehoben, in denen die Stadt sich verbessern kann.

Insgesamt schneidet die Stadt Winterthur in allen Bereichen gut ab. Besonders die Arbeit der Schulen und des Sportamts in Kombination mit der Kinder- und Jugendförderung werden positiv bewertet. Hervorgehoben wird zudem die Vielfalt an Angeboten und Projekten sowie die Vernetzung und die Zusammenarbeit innerhalb und ausserhalb der Stadtverwaltung.

Verbesserungspotenzial sieht Unicef bei der Verstetigung von Projekten und Angeboten: Diese sollten dauerhaft statt punktuell, flächendeckend und in klar definierten Abläufen verankert werden. So könnten Wirkung und langfristige Stabilität der Angebote sichergestellt werden. Zudem empfiehlt Unicef, die direkte Partizipation von Kindern und Jugendlichen zu stärken.

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