SP Rapperswil-Jona sagt Nein zum Planungskredit für den Stadttunnel

Die SP Rapperswil-Jona beurteilt die Realisierung des Stadttunnels nach wie vor als als unrealistisch. Am 14. Juni sagt die SP deshalb Nein zum Planungskredit.

Am 14. Juni stimmt Rapperswil-Jona über einen Planungskredit in der Höhe von 3,8 Millionen Franken für die Erarbeitung der Stadt- und Strassenräume im Zusammenhang mit dem Stadttunnel ab.
Die Mitglieder der SP Rapperswil-Jona haben an ihrer Generalversammlung vom 29. Mai 2026 dazu einstimmig die Nein-Parole beschlossen.
«Nach wie vor unrealistisch»
Die SPRJ beurteilt die Realisierung des Stadttunnels nach wie vor als unrealistisch und sieht deshalb auch keinen Nutzen darin, bereits heute Millionenbeträge für einen Planungskredit für daran geknüpfte «flankierende Massnahmen» zu sprechen.
Mit dem Bau eines Stadttunnels wird, Stand jetzt, frühestens im Jahr 2035 begonnen. Bis dahin warten weitere Abstimmungen über hohe Investitionsbeiträge, auch auf kantonaler Ebene.
Sollte es das Projekt tatsächlich in die Realisierungsphase schaffen, ist mit einer Bauzeit von sicher zehn Jahren zu rechnen. Aus Sicht der SP wäre dann, wenn ein Tunnelbau in trockenen Tüchern ist, der richtige Zeitpunkt, um lebenswerte Stadt- und Strassenräume zu planen.
Millionensummer besser in andere Bereiche investieren
Die Mitglieder der SP kritisierten die enge Verknüpfung des Kredits mit dem Stadttunnel und machten deutlich, dass diese 3,8 Millionen Franken statt in eine potenzielle Planungsleiche viel besser in konkrete und rasch umsetzbare Verbesserungen der Aufenthalts- und Lebensqualität in der Stadt eingesetzt werden sollten.
Bedarf und Möglichkeiten gibt es genug: Verkehrsberuhigungsmassnahmen, die Förderung des Langsamverkehrs, Begrünungen und vieles mehr.
Zur Sprache kamen auch die Erfahrungen anderer Gemeinden, in denen nach dem Bau von Umfahrungstrassen die versprochenen flankierenden Massnahmen nur teilweise oder gar nicht umgesetzt wurden. Zudem wurde die geplante Mittelverteilung innerhalb des Kredits hinterfragt.
Aus Sicht einzelner Mitglieder wird der Raum rund um den Bahnhof Rapperswil überproportional berücksichtigt, während die Ost-West-Achse in Jona zu wenig Beachtung findet.
SP Rapperswil-Jona verabschiedet verdiente Vorstandsmitglieder
Mit grossem Dank verabschiedete die Generalversammlung das älteste und jüngste Vorstandsmitglied.
Während Susy Wyrsch die Parteiarbeit in diesem Gremium über 27 Jahre mitgeprägt hat, engagierte sich Robin Fretz in den vergangenen sechs Jahren für eine soziale und nachhaltige Stadt.
Nun treten beide aus dem Vorstand der SP Rapperswil-Jona, und damit verbunden auch aus dem Stadtforum, zurück.
Mehr preisgünstiger Wohnraum: Beispiel Davos
Im Anschluss an die Generalversammlung berichtete Philipp Wilhelm, erster SP-Landammann von Davos, darüber, wie sich die alpine Stadt erfolgreich des Problems des fehlenden bezahlbaren Wohnraums annimmt.
Er betonte, dass eine aktive Boden- und Wohnpolitik im Interesse der ganzen Bevölkerung und der lokalen Wirtschaft seien.
Eindrücklich war der Kontrast zu Rapperswil-Jona, wo das Problem auch schon lange bekannt aber nach wie vor nicht mit der nötigen Entschlossenheit angegangen wird.
Das Beispiel Davos zeigt, was eine mutige Regierung, die eine kluge Strategie verfolgt, alles erreichen kann.






