Bäume als Klimaanlagen: So kühlt Grün in der Stadt

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Effretikon,

Illnau-Effretikon setzt bei Hitzewellen auf Bäume. Ein grosser Baum kühlt wie zehn Klimaanlagen und macht sommerliche Hitze im Siedlungsraum erträglicher.

Bäume, zwitschernde Vögel und Wasserplätschern tragen zum Erholungseffekt in einem Park bei. (Symbolbild)
Bäume, zwitschernde Vögel und Wasserplätschern tragen zum Erholungseffekt in einem Park bei. (Symbolbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

In diesen Tagen leisten Bäume Erstaunliches. Ein grosser Baum kühlt seine nähere Umgebung so stark wie etwa zehn Klimaanlagen – ganz ohne Strom und ohne Lärm, schreibt die Stadt Illnau-Effretikon.

Während dieser Artikel entsteht, rollt bereits die vierte Hitzewelle dieses Sommers an. Für die kommenden Tage werden Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet. In den Innenstädten dürfte es noch heisser werden.

Das Problem ist erkannt. Viele Schweizer Städte treffen Massnahmen zur Hitzeminderung. Bäume spielen dabei eine Schlüsselrolle, denn sie kühlen kräftig. Die Kühlleistung eines grossen Baumes wird auf 20 bis 30 Kilowatt beziffert. Zum Vergleich: Eine Klimaanlage für ein Zimmer mittlerer Grösse erreicht etwa 2 Kilowatt.

Bis zu 15 Grad kühler im Schatten

Die kühlende Wirkung der Bäume entsteht durch drei Effekte: Verdunstung, Schatten und Luftzirkulation. Während ein Baum Fotosynthese betreibt, verdunstet er laufend Wasser. Dadurch kühlt sich die Luft ab. Im Schatten von Bäumen erwärmen sich Boden und Gebäude weniger stark als in der Sonne. Zudem entsteht in grossen Baumkronen eine Luftzirkulation, wodurch sich die Luft kühler anfühlt.

Auf einem ansonsten unbegrünten Platz vermag ein Baum die Temperatur in einem Umkreis von bis zu 20 Metern um 2 Grad zu senken. Unter einem grossen Baum liegt die gefühlte Temperatur gar um 10 bis 15 Grad tiefer als an einem Platz an der Sonne.

Allerdings kühlen nicht alle Bäume gleich stark. Grundsätzlich gilt: Je mehr Wasser ein Baum verdunstet und je dunkler sein Schatten ist, desto stärker kühlt er. Grosse Laubbäume mit einer dichten Krone, die viel Wasser benötigen, kühlen somit am besten.

Bäume als natürliche Klimaanlagen

Für eine Studie in München wurden Winterlinden mit Robinien verglichen. Die Winterlinden mit ihren verhältnismässig grossen Blättern und dichten Kronen verbrauchten zwei- bis fünfmal so viel Wasser wie die Robinien. Entsprechend kühlen Linden deutlich stärker als Robinien.

Das trifft sich sehr gut, denn Robinien gehören zu den Neophyten – also gebietsfremden Pflanzen – und sollten ohnehin nicht mehr angepflanzt werden. Unter den Linden kühlen diejenigen am stärksten, die viel Wasser zur Verfügung haben, das sie verdunsten können.

Wenn die Bäume also unser lokales Klima kühlen sollen, brauchen sie genügend Wasser. Gerade in Siedlungen und während Hitzeperioden wird dieses jedoch oft knapp. Dem Wurzelraum kommt damit eine entscheidende Bedeutung zu. Er muss genügend gross und tief sein und sich bei Regen mit Wasser sättigen können. Mit anderen Worten: Das Wasser muss gespeichert anstatt abgeleitet werden – Stichwort Schwammstadt.

Stadtbäume brauchen gute Lebensbedingungen

Bäume machen das Leben in Städten während Hitzeperioden für uns erträglich. Umgekehrt müssen wir das Leben der Bäume in Städten erträglich machen.

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