Zwei Männer stehen wegen Raub an Gay-Treffen vor Gericht Bülach

Ein 23-Jähriger und ein 29-Jähriger müssen sich heute Mittwoch vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten. Sie sollen mehrere homosexuelle Männer unter falschem Vorwand getroffen und ausgeraubt haben.

Die Masche der beiden Beschuldigten soll immer die gleiche gewesen sein: Der 29-Jährige habe sich im Herbst 2023 mit homosexuellen, meist älteren Männern auf einer Datingplattform verabredet. Dabei habe er den Männern ein Treffen versprochen, bei dem es zu sexuellen Handlungen kommen sollte.
Anschliessend traf sich der Beschuldigte mit den Männern laut Anklage jeweils am vereinbarten Ort in Bassersdorf und Wallisellen im Wald. Dort habe bereits sein 23-jähriger Komplize, mit Sturmhaube maskiert und mit einer Soft-Air-Pistole bewaffnet, auf die beiden gewartet.
Der Komplize soll dann die Opfer mit der Pistole bedroht haben. Anschliessend trat einer der beiden laut Anklage mit den Füssen auf die Opfer ein, bis sie keinen Widerstand mehr leisteten, und raubte sie aus. Die Beute sollen sich die beiden Beschuldigten geteilt haben. Für zwei erfolgreiche Überfälle werden die beiden Männer angeklagt.
In einem Fall schafften es die Beschuldigten jedoch nur, die Vorbereitungen zu treffen. Ein Treffen mit dem mutmasslichen Opfer sei für den Abend schon vereinbart worden, als der Mann das genaue Vorgehen am Telefon noch einmal mit seinem Komplizen besprach. Zu diesem Zeitpunkt wurde er allerdings bereits von der Polizei observiert. Noch am gleichen Abend konnte diese die beiden Beschuldigten festnehmen.
Wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes und der strafbaren Vorbereitungshandlung zu Raub, beantragt die Staatsanwaltschaft für den 23-jährigen Brasilianer eine Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren und einer Landesverweisung von 12 Jahren. Der 29-Jährige soll mit einer Freiheitsstrafe von 11,5 Jahren und einer Busse von 1000 Franken bestraft werden.
Die Anträge der Verteidigung werden am Prozess bekanntgegeben.




