Zürcher Senioren retten Heim-Büsi (20) vor Einschläferung – vorerst

Drama in einem Altersheim in Uetikon am See: Heim-Büsi Chybi geht es schlecht. Eine Einschläferung ist geplant. Doch die Bewohner wehren sich.

Das Wichtigste in Kürze
- Altersheim-Büsi Chybi (20) droht die Einschläferung. Der Termin ist für heute Montag angesetzt.
- Denn: Sein Zustand hat sich verschlechtert, es wird ein Magentumor vermutet.
- Doch die Altersheim-Bewohner wehren sich gemeinsam mit Tierschützern. Jetzt hat das Heim den Termin vorerst abgesagt.
Schock für die Bewohner im Altersheim Clienia Bergheim in Uetikon am See! Heim-Büsi Chybi, mit 20 Jahren (in Menschenjahren zirka 96) selbst hochbetagt, soll eingeschläfert werden. Der Tierarzttermin ist heute Montag.
Vermutet wird, dass Chybi an einem Magentumor leidet, wie Cynthia Güntensperger von der Tierschutzorganisation Anihelp zu Nau.ch sagt. Doch weitere medizinische Abklärungen wären nötig, um die genauen Ursachen für die Probleme des Büsis ausfindig zu machen.
Natürlich eine Kostenfrage: Laut dem Tierspital UZH kostet ein Katzen-Ultraschall alleine mindestens 171 Franken. Es könnte für eine 20-jährige Katze zudem eine zusätzliche Belastung bedeuten. Die Heimleitung entscheidet sich dagegen.
Doch es regt sich Widerstand im Altersheim: «42 Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sie fordern, vor einer unumkehrbaren Entscheidung eine unabhängige tierärztliche Untersuchung zu ermöglichen», berichtet Güntensperger.
Die vollständige Unterschriftensammlung liegt nau.ch vor.
Tierschützer wollen Untersuchung zahlen – Heim reagiert
Auch der Tierschutzverein reagiert. «Wir haben der Heimleitung inzwischen angeboten, sämtliche Kosten einer umfassenden medizinischen Abklärung zu übernehmen. Einschliesslich eines Ultraschalls zur Abklärung des vermuteten Magentumors und aller weiteren tierärztlich notwendigen Untersuchungen.»
Der Widerstand und das Angebot zeigen Wirkung: Am Sonntag sagt Heimleiterin Nadja Lüthi auf Anfrage von Nau.ch: «Damit wir die Situation klären können, werden wir den Tierarzttermin vom Montag absagen.»
Das weitere Vorgehen werde nun intern im Altersheim mit den betroffenen und verantwortlichen Personen besprochen.
«Ich versichere, dass wir das Wohl von Chybi sehr ernst nehmen und sie deshalb auch in tierärztlicher Behandlung steht. Der Gesundheitszustand von Chybi hat sich innerhalb weniger Monate sehr verschlechtert», erklärt Lüthi.

Eine solche Entscheidung würde nicht leichtfertig getroffen. «Wir werden alle Möglichkeiten zum Wohl von Chybi in Betracht ziehen», betont die Heim-Chefin.
Heim-Büsi soll «Chance erhalten»
Tierschützerin Cynthia Güntensperger atmet auf: «Wir sind enorm froh und erleichtert über diese Nachricht», sagt sie zu Nau.ch.
Bisher habe die Heimleitung sie noch nicht kontaktiert. Das Angebot mit der Kostenübernahme stehe aber weiterhin, versichert Sie.
«Unser grösster Wunsch ist, dass diese süsse Katze die Chance erhält, weiterzuleben und die notwendige medizinische Versorgung bekommt.»










