Zürcher «Klimawurst»: Immer mehr Zoos passen Menü an

Bratwurst abgeschafft, «Klimawurst» eingeführt: Im Zoo Zürich kochen die Emotionen hoch – die Erbsenprotein-Alternative kommt nicht überall gut an.
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Zoo Zürich ersetzt die klassische Kalbsbratwurst durch eine nachhaltigere Alternative.
- Auch Cervelats, Wienerli und Hackfleisch sollen künftig klimafreundlicher werden.
- Obwohl nach der Ankündigung die Emotionen hochkochen, ziehen weitere Zoos nach.
Die Kalbsbratwurst hat ausgedient – und im Zoo Zürich brodelt es gewaltig!
Der Zürcher Zoo sorgt mit seiner neuen «Klimawurst» für hitzige Diskussionen: Ab sofort bestehen Bratwürste, Cervelats, Wienerli und sogar das Hackfleisch im Chili con Carne zu 25 Prozent aus Bio-Erbsenprotein. Weniger Fleisch, mehr Nachhaltigkeit.
Jede neue Wurst spart rund 590 Gramm CO₂, begründet der Zoo den Schritt. Hochgerechnet auf 100'000 verkaufte Würste pro Jahr ergibt das satte 60 Tonnen CO₂. Oder anders gesagt: So viel wie 233 Autofahrten von Zürich nach Rom.
Und geschmacklich? Laut Zoo soll kaum ein Unterschied feststellbar sein.
Seit dem Instagram-Post des Zoos zur neuen «Klimawurst» explodiert die Kommentarspalte förmlich.
Auf den sozialen Medien kochen die Emotionen hoch – einige sind hellauf begeistert. Andere gar nicht: «Oh je! Dann gibt's halt keine Bratwurst mehr für mich ...», kommentiert jemand.
Besonders wütend reagiert jemand mit den Worten: «Toll, weniger Fleisch zum selben Preis?»
Ostschweizer Zoo streicht Chicken Nuggets
Klar ist: Die «Klimawurst» trifft einen Nerv. Auch andere Zoos ziehen nach.
Im Walter Zoo in Gossau SG gibt es bereits täglich wechselnde vegetarische Menüs sowie vegane und vegetarische Alternativen.
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Thomas Harder vom Walter Zoo erklärt gegenüber Nau.ch: «Pflanzliche Angebote sind nachweislich klimafreundlicher. Indem Zoos solche Alternativen anbieten, können sie ihre Bildungsrolle stärken und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.»
Der Walter Zoo habe ähnliche Massnahmen ergriffen wie der Zoo Zürich, so Harder: «Wir haben beispielsweise die Chicken Nuggets durch eine vegetarische Variante ersetzt und entwickeln unser Angebot laufend weiter. Wir achten auf saisonale Produkte und fördern auch pflanzenbasierte Optionen.»
Auch im Plättli Zoo in Frauenfeld TG wird Nachhaltigkeit grossgeschrieben.
Sprecherin Nicole Engeler erklärt auf Anfrage: «In unserem Betrieb legen wir besonderen Wert darauf, unsere Produkte möglichst regional einzukaufen. Damit unterstützen wir lokale Produzenten, reduzieren Transportwege und vermeiden unnötige Umweltbelastungen.»

Bereits jetzt hätte der Frauenfelder Zoo verschiedene vegetarische Menüs im Angebot. Und in Zukunft sogar noch mehr: «In naher Zukunft werden wir unser Angebot zudem um ein Quornschnitzel erweitern.»
Klassische Fleischgerichte würden aber nicht ersetzt, sondern das Angebot «gezielt ergänzt». Die Nachfrage nach Fleisch sei nach wie vor hoch.










