Zürcher Gericht verurteilt Mitläufer von Tankstellen-Tötungsdelikt

Nach dem Tötungsdelikt an einer Tankstelle an der Zürcher Wehntalerstrasse im Jahr 2015 hat das Obergericht ein weiteres Urteil gefällt: Es verurteilte einen 32-jährigen Mitläufer zu einer bedingten Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 70 Franken.

Der Türke war beim Tötungsdelikt an der Tankstelle jener Gehilfe, der den geladenen Revolver mitbrachte – für den Fall, dass es «brenzlig würde». Er gab auch einen ersten Schuss in die Luft ab, um die Lage «zu deeskalieren».
In einer ersten Runde hatte das Obergericht den Mann noch wegen Gehilfenschaft zu vorsätzlicher und versuchter Tötung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten verurteilt.
Das Bundesgericht hiess seine Beschwerde dagegen jedoch gut und schickte den Fall zurück nach Zürich. Das Obergericht verurteilte ihn nun – auf Geheiss des Bundesgerichtes – lediglich noch zu einer bedingten Geldstrafe wegen Vergehens gegen das Waffengesetz, wie aus dem Entscheid hervorgeht.
Das Tötungsdelikt sorgte für Aufsehen: Der Haupttäter, heute 41 Jahre alt, hatte im März 2015 an einer Tankstelle in Zürich-Affoltern in Richtung einer verfeindeten Gruppe gefeuert und einen 30-jährigen Kontrahenten von hinten erschossen.
Der 30-jährige Türsteher und Kampfsportler verblutete noch am Tatort. Nur aus Zufall wurde sonst niemand getroffen. Der Schütze, ein Schweizer mit kosovarischen Wurzeln, sitzt aktuell seine 16,5 Jahre Freiheitsstrafe wegen vorsätzlicher Tötung ab.
Täter und Opfer waren zuvor schon jahrelang Rivalen. In jener Nacht hatten sie sich an der Tankstelle verabredet, um den Streit zu klären. Die Tatwaffe ist bis heute verschwunden.
Nachdem der Schütze verhaftet wurde, entbrannte im Kanton Zürich eine hitzige Debatte über das Sozialhilfesystem, weil bekannt wurde, dass er für sich und seine Familie während Jahren Sozialhilfe bezog und sich gleichzeitig weigerte, an Arbeitsprogrammen teilzunehmen.
Seine Wohnortsgemeinde im Unterland kürzte ihm deshalb mehrfach die Beiträge. Sein Einkommen besserte er nebenher über Jahre mit kommerziellem Hanfanbau auf.





