Winterthur: Bauer schützt Kälbchen Haily vor Hagel – blauer Rücken

Kälbchen Haily hat den Hagel-Wahnsinn vom Freitag überstanden und steht schon wieder auf der Winterthurer-Weide. Bauer Mathias Werren hingegen «tut alles weh».
00:00 / 00:00
Das Wichtigste in Kürze
- Bio-Bauer Mathias Werren aus Winterthur zeigt in einem Instagram-Video die Folgen des Unwetters vom Freitag.
- Er und seine Tiere trugen zahlreiche blaue Flecken davon.
- Alle Fahrzeuge sind beschädigt und nicht mehr fahrbereit, auch die Dächer hat es hart getroffen.
Am Freitag zogen heftige Unwetter über die Schweiz. Starkregen, Sturm und Hagel hinterliessen vielerorts eine Spur der Verwüstung. Besonders auch in der Region Winterthur.
Auf dem Radhof von Bio-Bauer Mathias Werren dauerte der Wahnsinn gerade einmal wenige Minuten. Doch die hatten es in sich.
Golfballgrosser Hagel prasselte vom Himmel – und traf alles, was ihm in die Quere kam: Menschen, Tiere, Autos und Gebäude.
Werren hielt die dramatischen Folgen auf Instagram fest. Die Bilder zeigen, wie brutal der Hagel über den Hof hinweggefegt ist.
«Uiuiui, die haben noch ein paar blaue Flecken erwischt», sagt der Bauer und richtet die Kamera auf seine Säuli. Die Tiere stehen auf der Wiese. Ihre Körper sind übersät mit blauen Flecken.
Doch auch den Bauern selbst hat es übel getroffen. Er hält seinen Arm in die Kamera: Rote, schmerzhafte Hagelverletzungen sind darauf zu sehen.
«Mir tut alles weh»
Und auch am Tag danach leidet Werren noch: «Mir tut alles weh», verrät er Nau.ch am Telefon.
Trotz seiner eigenen Verletzungen gilt sein erster Gedanke seinen Tierli. Und da gibt es zumindest eine gute Nachricht: Sie haben den Hagel glimpflich überstanden.
«Die Kühe und Säuli haben blaue Flecken», sagt Werren. Schwerwiegende Verletzungen gebe es aber zum Glück keine.

Auch das erst zwei Tage alte Kälbchen ist wohlauf. Für das Kleine wurde der Hagel allerdings besonders gefährlich.
Als der Sturm losbrach, lag das Neugeborene noch mitten auf der Wiese. Werren stellte sich schützend vor das Kalb – und kassierte dafür selbst einen «blauen Rücken». Ein Fall für die «Viehversicherung», lacht das Grosi des Bauern.
Seine Kühe wollte der Bauer eigentlich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Doch dafür blieb keine Zeit.
00:00 / 00:00
«Ich habe nicht realisiert, dass es so heftig hageln wird», sagt Bauer Mathias Werren gegenüber Nau.ch. Dann seien urplötzlich die «Golfbälle» vom Himmel gekommen.
«Alle Frontscheiben sind eingeschlagen»
Die Tiere kamen mit blauen Flecken davon. Bei den Fahrzeugen sieht es deutlich schlimmer aus.
«Momentan ist kein einziges Fahrzeug mehr fahrbereit», erzählt Werren. «Alle Frontscheiben sind eingeschlagen.»
Auch die Dächer habe es übel erwischt. Wie hoch der Gesamtschaden ausfällt, weiss der Bauer noch nicht.
Besonders schlimm: Bereits vor fünf Jahren im 2021 kam es auf dem Hof zu heftigen Schäden durch Hagel. Damals beliefen sich die Kosten auf rund 80’000 Franken.
Dieses Mal rechnet Werren mit etwa der Hälfte. Doch bis die Versicherungen alles geklärt haben, dürfte es einige Wochen dauern.
«Mais steht noch»
Als wäre das nicht genug, hat es auch den Mais erneut erwischt. Bereits Ende Juli musste die Kultur einen heftigen Hagelschlag verkraften. Nun folgte der nächste.
Trotz allem zeigt sich Werren optimistisch: Der Mais steht noch.

Und für das jüngste Mitglied der Hofgemeinschaft gibt es sogar ein kleines Happy End: Das Kälbchen hat den Sturm nicht nur überstanden – Es durfte am Tag danach bereits wieder auf die Weide.
Sein Name passt dabei perfekt zum dramatischen Start ins Leben. Von Besitzer Werren hat es nach dem gestrigen Tag den Namen Haily bekommen. Angelehnt an das englische Wort «hail» für Hagel.











