Wegen Kälte: Bus-Passagiere sollen nicht mehr vorne einsteigen

Immer mehr Busbetreiber bitten ihre Passagiere, die vorderste Tür nicht zu benutzen. Das soll Durchzug verhindern und die Chauffeure schützen.

Das Wichtigste in Kürze
- Immer mehr Schweizer Busbetreiber bitten ihre Passagiere, die vorderste Tür im Bus zu meiden.
- So soll verhindert werden, dass die Chauffeure und Chauffeurinnen dem Durchzug ausgesetzt sind.
- Zudem weisen die Unternehmen darauf hin, die vorderste Tür den darauf angewiesenen Personen zu überlassen.
Vor einem Jahr hat Nau.ch über eine Massnahme der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) berichtet: Sie schlossen aufgrund krankheitsbedingter Absenzen zeitweise die vorderste Bustür. Mit der Kampagne «Weniger Zug im Bus» wollten sie die Zugluft im Fahrerbereich reduzieren.
Nun gehen weitere Verkehrsunternehmen einen ähnlichen Weg.
Auch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) sowie der Stadtbus Winterthur bitten ihre Fahrgäste, die hinteren Türen zu benutzen.
Zürcher Busbetrieb will Durchzug für Fahrpersonal verhindern
Hintergrund sind die unangenehmen Temperaturen für das Fahrpersonal. Besonders im Winter kann das häufige Öffnen der vordersten Tür für kalte Zugluft sorgen.
Das Plakat sei auf Wunsch des Fahrpersonals und der Personalkommission entstanden.
Der Hinweis ist ausdrücklich freundlich gemeint, heisst es. «Die vorderste Tür darf selbstverständlich weiterhin für den Ein- und Ausstieg genutzt werden», sagt Adrian Suter von der VZO.
Das Plakat kommt nur während der kalten Jahreszeit zum Einsatz. Im Frühling wird es wieder entfernt.
Auch Winterthur verweist auf die hinteren Türen
Auch der Stadtbus Winterthur bittet seine Fahrgäste, in der kalten Jahreszeit möglichst die hinteren Türen zu benutzen.
Ein entsprechendes Sujet in den Bussen sei jedes Jahr vorgesehen. «Auch 2025 war dies bereits der Fall», teilt das Unternehmen mit.
Die Fahrerkabine verfüge über eine eigene Heizung. Diese funktioniere unabhängig von der Fahrgastkabine und lasse sich vom Fahrpersonal selbst steuern. So kann verhindert werden, dass sich die Mitarbeiter in den kalten Monaten erkälten.
Bernmobil hält an vorderster Tür fest
Einen anderen Weg geht Bernmobil. Das Berner Verkehrsunternehmen setzt weiterhin auf die vorderste Bustür.
Die VBZ lancierte die Massnahme, um krankheitsbedingte Ausfälle beim Fahrpersonal zu reduzieren.
Auf die Frage von Nau.ch, ob in Bern ähnliche Probleme bekannt sind, sagt Sprecher Rolf Meyer: «Aus welchen Gründen unsere Fahrerinnen und Fahrer krank werden, entzieht sich unseren Kenntnissen», sagt Rolf Meyer.
Deshalb lasse sich auch nicht sagen, ob das Öffnen der ersten Tür zu mehr Krankheitsfällen führe.
Statt Tür-Plakaten setzt Bernmobil auf kostenlose Grippeimpfungen und die Kostenübernahme für Echinacea-Präparate.
Die vordere Tür sei zudem wichtig für einen raschen Fahrgastwechsel. Sie ermögliche auch den direkten Kontakt zum Fahrpersonal. Das sei besonders für Personen wichtig, die eine Auskunft benötigen oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
«Daher wird Bernmobil auch weiterhin die erste Türe für die Fahrgäste stets öffnen», sagt Meyer.










